arte
Fassbinder
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Martha
Montag, den 6. November 2000
um 22.25 Uhr

Porträt, Biographie, Filmographie, Bibliographie, Links
   

Inhalt
Martha ist Anfang dreißig, als sie Helmut kennenlernt. Die beiden heiraten. Doch schon während der Flitterwochen offenbart Helmut seinen dominierenden und sadistischen Charakter. Zunächst ist Martha noch fasziniert und befriedigt unbewusst ihre masochistischen Bedürfnisse. Aber dann versucht Helmut, sich Martha gänzlich gefügig zu machen und sie nach seinen Vorstellungen zu formen. Allmählich verwandelt sich Marthas Liebe in Furcht. In ihrem ehemaligen Kollegen Kaiser findet Martha einen Vertrauten, aber Helmut spioniert ihre heimlichen Treffen aus. Es kommt zur Konfrontation...


Zum Film
MARTHA ist die triviale ,,Hollywood"-Variante zu Fontanes EFFI BRIEST.
Sind die Erziehungsmaßnahmen eines erwachsenen Mannes an einer erwachsenen Frau im Fontane-Film mit dem Druck gesellschaftlicher Normen zu erklären, so sind sie bei MARTHA Ausdruck eines psychologischen Problems. Bei ihrer ersten Begegnung, wenn Martha und Helmut eine Spur zu dicht voreinander stehen bleiben, zeichnet sich die gegenseitige Faszination, aber auch schon das zukünftige Abhängigkeitsverhältnis ab. Eine der berühmten Ballhaus'schen Kamerafahrten umkreist die beiden, um sie wie mit Zentrifugalkraft noch einmal auseinander zu wirbeln. Bei ihrem ersten, leidenschaftlichen Kuss gleicht die Kamerabewegung dagegen schon einem Strudel, in dem beide rettungslos versinken.
Fassbinder: ,,Wenn Martha zum Schluss des Films alleine nicht mehr lebensfährig ist, dann hat sie das erreicht, was sie eigentlich wollte... Die meisten Männer können nur nicht so perfekt unterdrücken wie die Frauen es gerne hätten."

(Zitiert von Wilhelm Roth, in: Rainer Werner Fassbinder, Reihe Film, hg. v. P. W. Jansen und W. Schütte, München 1985.)

Dass das nicht Frauenfeindlichkeit, sondern Polemik ist, hinter der sich eine aufklärerische Haltung verbirgt, zeigt ein anderes Statement Fassbinders. Der Film habe etwas Positives, ,,weil natürlich jedweder Mensch, der das sieht, sich davon absetzen will und das einfach anders machen muss."
(Zitiert bei Wilfried Wiegand, a.a.O.)

Mit MARTHA kommt Fassbinder seinem Vorbild Douglas Sirk und dessen Film IMITATION OF LIFE am nächsten, und damit, mit den Mitteln der Kulturindustrie, auch Adorno: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.


um 00.45 Uhr


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Technischer Stab

(Bundesrepublik, 1973 - 112 Min)

Buch und Regie
Rainer Werner Fassbinder
frei nach der Erzählung ,,Für den Rest des Lebens" von Cornell Woolrich
Kamera
Michael Ballhaus
Schnitt
Liesgret Schmitt-Klink
Musik
Manfred Oelschlegel
Beethoven
Palestrina
Donizetti
Produzent
Peter Märthesheimer
Produktion
WDR/Project im Filmverlag der Autoren Rekonstruktion
(1993)
Rainer Werner Fassbinder Foundation

Künstlerischer Stab

Margit Carstensen
Marta Hyer puis Martha Salomon
Karlheinz Böhm
Helmut Salomon
Gisela Fackeldey
Marthas Mutter
Barbara Valentin
Marianne
Ingrid Caven
Ilse
Ortrud Beginnen
Erna
Wolfgang Schenck
le patron
Günter Lamprecht
Dr. Salomon
u.v.a.

 


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