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Hermann
Küsters, seit zwanzig Jahren Arbeiter in derselben
Reifenfabrik in Frankfurt, erschlägt aus Angst
vor Massenentlassungen den Personalchef und richtet
sich anschließend selbst. Seine Frau steht der
Katastrophe zunächst hilflos gegenüber.
Angesichts der reißerischen und diffamierenden
Darstellungen in der Presse und der Zweifel der eigenen
Kinder an der Redlichkeit des Vaters nimmt sie sich
vor, ihren Mann zu rehabilitieren. Dabei gerät
sie an einen perfiden Sensationsreporter, an ,,wohlmeinende"
Genossen von der DKP und einen ,,Anarchisten",
die Mutter Küsters schamlos für ihre Zwecke
ausnutzen.

,,Ein
rigoroses Lehrstück über den Egoismus der
Menschen, ihre Unfähigkeit zu solidarischem Handeln
und die Verführbarkeit der Arglosen."
(Lexikon des Internationalen Films)
Die
Geschichte von MUTTER KÜSTERS' FAHRT ZUM HIMMEL
liest sich wie eine Fortsetzung von WARUM LÄUFT
HERR R. AMOK?. Der Titel knüpft an Phil Jutzis
Arbeiterfilm von 1929 an, MUTTER KRAUSENS FAHRT INS
GLÜCK. Die Titelheldin ist eine resignierte Arbeiterin,
die Selbstmord begeht, aber hinter ihr steht die mächtige
Arbeiterbewegung der zwanziger Jahre. Mutter Küsters
resigniert nicht, sie gewinnt Einsichten und erweitert
ihr Bewusstsein, aber dies ganz individuell, nicht
so, wie die Kommunisten es gern hätten.
MUTTER
KÜSTERS ist Fassbinders Rundumschlag gegen die
Sensationsgeilheit einer faschistoiden Boulevardpresse
und gegen eine Linke, die sich die Manipulationsmethoden
der Medien zunutze macht.
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