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Ein
durch zwielichte Geschäfte begütertes Münchner
Ehepaar verabschiedet sich fürs Wochenende. Beide
haben unterschiedliche Reiseziele. Doch schon am selben
Tag treffen sie sich wieder, auf einem Schloss, das
ihnen gemeinsam gehört, jeder in Begleitung seines/seiner
Geliebten. Überraschend trifft am Abend auch
noch ihre gehbehinderte Tochter Angela mit ihrer stummen
Erzieherin ein. Angela nutzt die Situation der Zwangsgemeinschaft,
um ein zynisches Gesellschaftsspiel zu arrangieren,
in dem sie die Erwachsenen gnadenlos als Heuchler
und Lügner entlarvt.

CHINESISCHES
ROULETTE ist ein hochstilisiertes, brillant inszeniertes
Psychodrama, in dem die ausweglosen Denk- und Körperbewegungen
der Protagonisten zu einem fatalen Ballett arrangiert
werden. Die Kamera von Michael Ballhaus umkreist die
Figuren, die hinter ultramodernen Plexiglasmöbeln
Schutz suchen und sich in Spiegeln verdoppeln. Die
formalen Manierismen weisen die Inszenierung als intellektuelles
Produkt aus, als unterkühlte Demonstration, wie
Menschen zu Monstern werden.
Der
Film ist offen für verschiedene Interpretationen,
es geht Fassbinder hier nicht mehr nur um die Verlogenheit
der bürgerlichen Gesellschaft. CHINESISCHES ROULETTE
könnte überall spielen, Wilhelm Roth bemerkt
zu Recht, dass es Fassbinders erster für den
Weltmarkt produzierter Film ist, eine deutsch-französische
Koproduktion.
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