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(Spielfilm von Erich von Stroheim, USA 1921 viragierte Fassung mit neuer Musik, Deutsch-französische Erstausstrahlung Musik (1999): András Hamary, Einspielung: ensemble KONTRASTE, Leitung: Frank Strobel. Restaurierung des Filmmaterials: Cineteca del Comune di Bologna Fondazione Cineteca Italiana, Milano
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Mit:
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Der Film Monte
Carlo, kurz nach dem Ersten Weltkrieg. In einer Villa hat sich Graf Sergius
Karamzin mit seinen Cousinen Olga und Vera einquartiert. Niemand vermutet
hinter den russischen Aristokraten abgefeimte Hochstapler. Während die
beiden Damen im Casino Falschgeld in Umlauf bringen, lebt Karamzin von
dem Geld, das ihm seine zahlreichen Affären einbringen. Sogar auf die
schwachsinnige Tochter des Geldfälschers Ventucci hat er ein Auge geworfen. |
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Skandal und Zensur Mit
FOOLISH WIVES begründete Erich von Stroheim seinen Ruf als Detailfanatiker,
Verschwender und Egomane. Dabei ging es ihm, wie in allen seinen Filmen,
vor allem darum, menschliches Verhalten so realistisch und facettenreich
wie möglich auf die Leinwand zu bringen; entsprechend aufwendig gestalteten
sich die Dreharbeiten. Von
Anfang an war FOOLISH WIVES eine Produktion der Superlative. Der Perfektionist
Stroheim ließ die Prachtbauten von Monte Carlo komplett in Hollywood errichten
und sparte weder an Statisten, Ausstattung noch Filmmaterial. Nach Abschluß
der elfmonatigen Dreharbeiten hatte er insgesamt 60 Stunden Negativmaterial
belichtet. Rudolph Christians, Darsteller des Mr. Hughes, war in der Zwischenzeit
gestorben. Das Studio entdeckte die Werbewirksamkeit des ausufernden Budgets.
Universal-Chef Carl Laemmle ließ Fotos verbreiten, auf denen er Stroheim
einen Blankoscheck überreichte; die aktuellen Kosten wurden auf einer
Leuchttafel am Broadway verkündet und zur Premiere sogar noch aufgerundet:
„The First Million Dollar Picture". Stroheims Werke wurden nicht nur aufgrund moralischer Bedenken gekürzt. Da er sich nie den herrschenden Erzählkonventionen angepaßt hat, bezweifelten die Studios, daß seine überlangen Filme zu vermarkten waren: FOOLISH WIVES war von Stroheim als Zweiteiler mit einer Gesamtlänge von über sechs Stunden konzipiert, aber hier hat das Studio nicht mehr mitgespielt. Nach einer Testvorführung, bei der auch zahlreiche Zensoren anwesend waren, wurde der Film für die offizielle Premiere auf dreieinhalb Stunden gekürzt. Man habe „nur das Skelett meines toten Kindes" gezeigt, beklagte sich Stroheim. Doch das Studio war noch nicht zufrieden und ließ weitere 90 Minuten herausschneiden. Für eine Wiederveröffentlichung 1928 wurde der Film dann gar auf eineinhalb Stunden gekürzt und die Handlung völlig entstellt. Jahrzehnte lang galt dies als einzig überlieferte Fassung. Der Großteil des entfernten Materials ist unwiederbringlich verloren; darunter eine ganze Parallelhandlung um ein weiteres amerikanisches Ehepaar, ein Duell zwischen Karamzin und Mr. Hughes und eine Szene, in der als krönender Abschluß Karamzins Leiche ins Meer hinausgetrieben und von einer Riesenkrake verschlungen wird. Erich
von Stroheim Obwohl sein Werk lediglich neun Filme umfaßt, von denen kein
einziger mehr in der ursprünglich beabsichtigten Form vorliegt, hat Erich
von Stroheim als einer der bedeutendsten Regisseure seinen Platz im Kino-Olymp
sicher. Stroheim war ein begnadeter Selbstdarsteller und verstand es,
seinen eigenen Mythos zu schaffen. Sicher ist, daß er 1885 in Wien als
Sohn eines jüdischen Hutmachers geboren wurde. Seine adelige Herkunft
ist ebenso erfunden wie die angebliche Offizierslaufbahn in der KuK-Armee.
Um 1909 emigrierte er in die USA und schlug sich mit den verschiedenen
Tätigkeiten durch. Den Einstieg ins Filmgeschäft fand er als Statist und
Regieassistent bei D.W. Griffith, seinen Durchbruch brachten die antideutschen
Propagandafilme des Ersten Weltkriegs. Die Rolle des sadistischen preußischen
Offiziers, frauenschändend und kindermordend, schien ihm auf den Leib
geschrieben zu sein und zeigte seine Lust an der Provokation. Das Publikum
machte keine Unterschiede zwischen Rolle und Darsteller. Paradebösewicht
Stroheim wurde berühmt und berüchtigt als „The Man You Love to Hate".
Seine bekannteste Rolle schließlich: als ehemaliger Stummfilmregisseur und Butler von Gloria Swanson in Billy Wilders SUNSET BOULEVARD (1950). Im März 1957 wurde der schwerkranke Erich von Stroheim zum Ritter der Französischen Ehrenlegion ernannt, am 12. Mai des selben Jahres starb er. Die Version Für die Fernsehpremiere auf ARTE wurde eine für den europäischen Markt bestimme Exportkopie zu Grunde gelegt, die als viragierte Nitrokopie erhalten war. Sie enthält eine Reihe von Szenen und Einstellungen, die in der ebenfalls erhaltenen amerikanischen Kopie fehlen, und vermittelt in vielen Details (Schauspielerführung, Schnitt, Kamerafahrten) einen Eindruck von Stroheims ursprünglicher Vision. Bei der Restaurierung wurden die italienischen Zwischentitel gegen die überlieferten amerikanischen Titel ausgetauscht und um weitere, für das Verständnis notwendige Titel ergänzt. Nachdem im europäischen Fernsehen bisher nur die s/w-Rekonstruktion vom American Film Institute zu sehen war, stellt ARTE den Film als Fernsehpremiere in einer bisher nicht gekannten Bildqualität und mit den Original -Viragen vor. Die Musik Die neue Musik zu der Fernsehpremiere der viragierten FOOLISH WIVES - Kopie stammt von dem ungarischen Komponisten und Pianisten András Hamary. Er wurde 1950 in Budapest geboren, erhielt in Budapest, Hannover und Stuttgart seine Ausbildung als Komponist und Pianist, und debutierte erfolgreich beim Internationalen Debussy-Klavierwettbewerb Paris, den er 1977 mit dem Ersten Preis gewann. Ab 1980 entstanden Kompositionen im Bereich der Klavier-, Kammer- und Orchestermusik, seit 1986 ist András Hamary Professor für Klavier an der Musikhochschule von Würzburg. 1990 stellte er auf der Musikbiennale München seine vielbeachtete Oper SEID STILL vor, deren Uraufführung er in München dirigierte. Mit zahlreichen Konzertreisen, Meisterkursen und Ensemble-Kompositionen im Bereich der Neuen Musik genießt András Hamary internationales Renommee. FOOLISH WIVES ist seine erste Stummfilm-Komposition, geschrieben für 7 Solo-Instrumente (Flöte, Klarinette, Trompete, Posaune, Cello, Klavier und Schlagzeug), die im November 99 unter der Leitung von Frank Strobel mit dem Ensemble KONTRASTE und dem Komponisten selbst am Klavier eingespielt wurde.
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Donnerstag, 13. Januar 2000 um 23.50 Uhr, 120 Min. |
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