
DIE SCHANGHAI- ODER ÖSTLICHE KÜCHE
Diese gastronomische Region liegt am Yangtze-Delta, das sich über die Provinzen Kiangsu, Tschekiang und Anhwei erstreckt. Das fruchtbare Land hat gemäßigtes Klima, wo sowohl Weizen als auch Reis gedeiht. Es wird von zahlreichen Flüssen und Kanälen durchzogen, die neben den Küstengewässern Fisch im Überfluß liefern.
Im ganzen gesehen ist die östliche Küche schwer, dekorativ und tendiert nach der süßen Seite. Im Gegensatz zu Peking wird Knoblauch - wenn überhaupt - nur ganz spärlich verwendet.
Mit Schanghai wird zwar die östliche kulinarische Schule bezeichnet, tatsächlich gibt es jedoch verschiedene, durch die jeweiligen Gebietshauptstädte repräsentierte Richtungen, wie zum Beispiel Hang-tschou, Yangtschou, Sutschou und Wuhsi.
Das Gebiet als Ganzes rühmt sich einiger unvergleichlicher Produkte, von denen nur der Chinhua Schinken mit seinem köstlichen rosafarbenen Fleisch, der dunkle aromatische Chinkiang-Essig und der bernsteinfarbene Shaoxing Reiswein erwähnt sein sollen.
Die Schanghai-Küche ist bekannt durch ihre knusprig gebratenen Shrimps, den Aal in 01 gekocht, durch den gebratenen Yangtschou Reis, Löwenköpfe, und durch die Fische aus dem Westsee, die man gerne in süß-saurer Sauce zubereitet. Eine Kochtechnik dortigen Ursprungs hat sich in ganz China eingebürgert, das »Hun&shao« oder »Rotkochen«. Fleisch, Geflügel oder Fisch werden in dunkler, mit Reiswein angereicherter Sojasauce langsam geköchelt. Die Schanghai-Küche ist die außerhalb von China am wenigsten bekannte. Sie ist sehr dekorativ und daher arbeitsintensiv. Die zur Süße neigenden und öligen Gerichte finden bei Europäern vielleicht auch weniger Anklang. Vor allem aber sind für diese Küche die frischen lokalen Produkte äußerst wichtig.
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