![]() Samstag, 29. März 2003 um 20.15 Uhr Brücken dieser Erde Dokumentation, Deutschland 2002, 26 Minuten, von Viktor Stauder
Eisen war Mitte des 19. Jahrhunderts nur in England in Gebrauch. Brücken baute man auf dem europäischen Festland mit vielen Pfeilern aus den klassischen Baustoffen Holz und Stein. Aber niemand wagte es, aus diesen Materialien eine bedeutende Brücke über einen Fluss mit starkem Eisgang zu errichten. Auch in der zugefrorenen Donau hätten die Pfeiler nicht lange standgehalten. Heute verbinden neun Brücken die beiden Stadtteile, jede hat eine andere Konstruktion, einen eigenen Baustil und ihre eigene Geschichte. Die älteste und berühmteste Brücke ist die „Kettenbrücke“. Die erste Kettenbrücke aus Eisen überspannte 1826 die Meerenge von Menai, Wales. Die Budapester Kettenbrücke wurde ebenfalls von englischen Ingenieuren erbaut. Konstruiert von William Tierney Clark, führte sein Namensvetter Adam Clark den Bau aus. Die Lösung lag in einer Hängebrücken-Konstruktion mit nur zwei massiven Pfeilern. Am 30. November 1849 wurde sie - 375 Meter lang und 12,5 Meter breit - feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Wie alle Budapester Brücken wurde sie im Winter 44/45 gesprengt, konnte aber 1949 zum 100. Jahrestag ihrer Entstehung wieder in ihrer ursprünglichen Form an die Öffentlichkeit zurückgegeben werden. Die Kettenbrücke ist auch heute noch mehr als ein Wahrzeichen der Stadt. Sie ist Symbol des Aufbruchs in eine nationale Identität. Artikel aus der Budapester Zeitung auf deutsch: Kettenbrücke wird zur Fußgängerzone |


Die Städte Buda und Pest verband seit 1776 eine Pontonbrücke aus 46 Schwimmkörpern. Sie musste zu jedem Winteranfang abgebaut und im Frühjahr wieder aufgebaut werden. Dadurch gab es für mehrere Monate keine funktionierende Verbindung zwischen den beiden Städten. Nicht nur die Menschen waren voneinander abgeschnitten, auch der blühende Handelsverkehr kam in der kalten Jahreszeit praktisch zum Erliegen.

