
Samstag, 15. März 2003 um 14 Uhr
ARTE Europa "Brücken und Verbindungen"
(1): Italien: Die Brücke von Messina Jeder Zentimenter der fast 4 km langen Brücke von Kalabrien nach Sizilien soll 5000 € kosten. Die Regierung Berlusconi schiebt das ehrgeizige Projekt gerade an. Die Fährleute sehen das mit Bangen, viele fürchten um ihre Existenz. Profitieren werden dagegen mit Sicherheit die Bauunternehmer. Sie freuen sich bereits über die neuen Aufträge.
(2): Kroatien: Brücke in die Heimat Seit 23 Jahren fährt ein Busunternehmer Migranten von Deutschland nach Kroatien und zurück. Viele seiner Kunden kennt er seit Jahren, weiß über die Familienverhältnisse Bescheid. Er hat den Krieg in der Region mitbekommen und die Veränderungen, die damit einhergehen - bei den Menschen, die dort leben, bei denen, die dort Verwandte besuchen oder heimkehren.
(3): Schweiz: Einzige Verbindung ins Tal Jenseits der Baumgrenze, 2126 Meter über dem Meer, liegt das höchste ganzjährig bewohnte Dorf Europas: Juf, im Schweizer Kanton Graubünden. 30 Einwohner leben in den Wintermonaten fast abgeschnitten von der Außenwelt. Nur das Räumfahrzeug und der Postbus wagen sich regelmäßig in die schneebedeckte Einöde im oberen Averstal. Eine einzige Straße führt hinaus nach Juf. Ist sie gesperrt, sind die Bewohner allein mit sich und der Natur. Wer hier lebt, der lebt extrem: extrem hoch, extrem einsam, extrem schön.
(4): England: Die Selbstmörderbrücke von Bristol Seit sie im Jahre 1864 fertiggestellt wurde, übt sie auf Lebensmüde eine große Faszination aus. Über 1000 Selbstmörder haben sich von der Clifton-Hängebrücke bei Bristol in den Tod gestürzt. Nächtliche Beleuchtung, TV-Überwachung und der Einsatz von Brückenwärtern sollen verhindern, dass Menschen hier aus dem Leben scheiden. Wir begleiten einen der Brückenwärter bei seiner Arbeit.
(5): Russland: Nabelschnur Moskau - Kaliningrad Insgesamt 4 Grenzkontrollen passiert der Zug von Moskau nach Kaliningrad. Ab Juli wird die Visumspflicht eingeführt. Viele Russen versuchen sich abzusetzen auf der Fahrt, wollen über Litauen in die Länder der Europäischen Union einreisen. Wir begleiten eine Familie, die mit diesem Zug von Moskau nach Kaliningrad übersiedelt. Es sind Russland-Deutsche. Nach 8 Jahren wurde ihr Aussiedlungsantrag von den Deutschen abgelehnt. Jetzt ziehen sie nach Kaliningrad in der Hoffnung, dass das ehemalige Königsberg irgendwann wieder deutsch werden wird.
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