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Tisch und Bett
(Domicile conjugal)

Frankreich 1968
-93 Min.
Montag, 15. April 2002 um 20.45 Uhr

Antoine und Christine sind verheiratet. Das junge Paar lebt in einer bürgerlich eingerichteten Wohnung in einem ruhigen Pariser Stadtteil. Während Christine sich um die Einkäufe kümmert und Geigenunterricht erteilt, um die Familie zu unterhalten, experimentiert Antoine im Hof des Hauses nicht nur mit dem Färben von Blumen, sondern ganz allgemein mit der Gestaltung des Lebens. Die Ehe verspricht ihm keine Ruhe; er beginnt, den Roman seines Lebens zu schreiben und findet - zufällig und nur dank eines Missverständnisses - eine Anstellung in einer amerikanischen Firma als Betreuer kleiner Tankschiff-Modelle, die er in einem nachgebildeten Miniatur-Suezkanal im Garten des Firmengeländes manövriert.

Auch ein Baby bringt nur für kurze Zeit Aufregung in sein Eheleben, und so sucht er Abwechslung bei Kyoko, einer jungen Japanerin, deren „Exotik“ ihn verlockt und ihm für einen Moment hilft, aus seinem geordneten Leben davonzulaufen. Aber Antoine wäre nicht Antoine, wenn er nicht auch aus diesem Abenteuer wieder ausbrechen würde. Wird das Ehepaar Doinel scheitern wie so viele andere oder wird es Christine gelingen, Antoine zurückzugewinnen und mit ihm Tisch und Bett zu teilen?

Nach einer wilden Jugend („Sie küssten und sie schlugen ihn“) und den Jahren der Suche („Liebe mit zwanzig“, „Geraubte Küsse“) scheint Antoine Doinel nun endlich angekommen zu sein. Die Heirat seiner Jugendliebe Christine bringt ihm das lang vermisste Glück, Teil einer Familie zu sein, umsorgt von liebevollen Schwiegereltern, in einer heilen Welt, die der junge Antoine selbst nie gekannt hat. François Truffaut zeichnet in „Tisch und Bett“ ein Bild der Bourgeoisie, die er - wie schon zwei Jahre zuvor in „Geraubte Küsse“, nun aber ungleich härter - entlarvt und anklagt, sie jedoch gleichzeitig als Lösungsmodell in Betracht zieht und eine Weile durchspielt. Die kleinen Fluchten, die Antoine unternimmt, ermöglichen dem Rastlosen immer wieder ein wenig Freiheit, Raum für die Entfaltung seiner Ideen und Rückzugsmöglichkeit zugleich. Ein Ankommen erweist sich mehr und mehr als trügerisch...




Zum Stammschauspieler François Truffauts geworden, verkörpert Jean-Pierre Léaud mit seiner fahrigen Schlaksigkeit perfekt den jungen Großstädter Antoine. Dessen Lebensgeschichte speist sich aus den realen Erfahrungen von Schauspieler und Regisseur, die ihre eigenen Biographien in diese Filmreihe zum Teil eingebracht und mittels der Fiktion verarbeitet haben.Am Montag, den 22. April 2002 um 20.45 Uhr strahlt ARTE den letzten Teil der Doinel-Reihe „Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent" aus.

Regie: François Truffaut
Buch: François Truffaut, Claude de Givray, Bernard Revon
Kamera: Nestor Almendros

Schnitt: Agnès Guillemot
Musik: Antoine Duhamel
Produzent: Marcel Berbert
Produktion: Les Films du Carrosse

Mit : Jean-Pierre Léaud (Antoine Doinel), Claude Jade (Christine), Daniel Ceccaldi (M. Darbon), Claire Duhamel (Mme Darbon), Hiroko Berghauer (Kyoko), Barbara Laage (Monique), Daniel Boulanger (der Tenor), Sylvana Blasi (die Frau des Tenors), Claude Vega (der Würger), Jaques Robiolles (der Schnorrer), Bill Kearns (der amerikanische Chef)

   Lesen Sie den Lebenslauf von François Truffaut



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