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Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent
(Les deux Anglaises et le continent)
Frankreich 1971-124 Min.

Montag, 22. April 2002 um 20.45 Uhr

Die sich über Jahre hinziehende Geschichte einer verhinderten Liebe zwischen zwei viktorianisch erzogenen englischen Schwestern und einem jungen Franzosen, den sie „den Kontinent“ nennen. François Truffauts Film über die Unmöglichkeit absoluter Liebe ist der letzte Film einer Reihe über den französischen Regisseur auf ARTE.

Inhalt

Paris 1899. Der 19-jährige Claude, ein kunstinteressierter, jugendlicher Müßiggänger aus reichem Hause, trifft die Kunststudentin Anne Brown, eine junge Engländerin. Die beiden verbindet schnell eine platonische Freundschaft, worauf das Mädchen den jungen Mann nach sich zu Hause nach Wales einlädt, wo sie ihm ihre jüngere Schwester Muriel vorstellen will. Die drei werden schnell unzertrennlich. Als Claude sich in Muriel verliebt, die seine Gefühle bald erwidert, treten die Eltern auf den Plan. Die Mutter der Schwestern fürchtet eine Ehe mit einem Ausländer, während Claudes Mutter eine Ehe ihres Sohns überhaupt fürchtet. Sie hat ihren Sohn allein großgezogen und hat ein enges, fast ödipales Verhältnis zu ihm… Es wird beschlossen, dass die beiden Liebenden sich ein Jahr lang nicht sehen dürfen.

Schon nach wenigen Monaten bricht Claude mit Muriel zugunsten anderer Frauen. Muriel versinkt in düsterem Mystizismus und ihre Augenkrankheit verschlimmert sich fast bis zur Erblindung. Als Monate später Anne nach Paris kommt, um Bildhauerin zu werden, wird sie für eine Zeit Claudes Geliebte. Eine Reise nach Persien und ein anderer Mann trennen die beiden. Claude versucht sich weiter als Kunstkritiker und Liebhaber diverser Damen. Das Nächste, was er von den Schwestern hört ist, dass Anne an Tuberkulose gestorben ist… Sieben Jahre vergehen. Claude erfährt, dass Muriel als Englischlehrerin nach Brüssel geht. Auf ihrem Weg dahin kommt es zu einem Wiedersehen der beiden. In ihrer ersten und letzten Nacht gibt Muriel sich ihm hin. Ein „Epilog“ berichtet von ihrer Heirat, während Claude allein geblieben ist.




François Truffaut über seinen Film:

„Die schwierigste aller Fragen, die man für gewöhnlich einem Regisseur nach Beendigung seines Films stellt, ist die „Was wollten Sie damit sagen?"-Frage. Bei „Zwei Mädchen aus Wales…" ist mir die Antwort ganz plötzlich bei der Mischung gekommen, durch das ewige Vor- und Zurückspulen des Films: Ich verstand, dass ich mit diesem Film die Liebe auspressen wollte wie eine Zitrone.

(…) Wie fast alle Liebesgeschichten ist es die einer verhinderten und durchkreuzten Liebe, aber die Hindernisse sind, mit einer Ausnahme in Gestalt der vereinnahmenden Mutter, keine äußeren, sondern innere, moralische, sogar mentale. Ich verspürte die Notwendigkeit, in der Beschreibung der Liebe weiter zu gehen als man das normalerweise tut.

(…) Es gibt manchmal in der Liebe ein echte Gewalt der Gefühle, die wollte ich filmen. Ich meine damit nicht nur die Umarmungen, die ich versucht habe, objektiv und roh zu filmen, ohne Musik, sondern auch die Geständnisse, die Beichten, die Trennungen, die zur Folge haben, dass Personen sich erbrechen müssen oder in Ohnmacht fallen. Um es in einen Satz zu bringen: Ich habe nicht versucht, einen Film über körperliche Liebe sondern einen körperlichen Film über die Liebe zu machen.

(…) „Ich war 20 und erlaubte keinem zu sagen, dass es das schönste Lebensalter sei." Dieser Satz von Paul Nizan trifft gut auf die drei Figuren des Films zu, einer der ernstesten, die ich gedreht habe." (François Truffaut)

(…) Wie fast alle Liebesgeschichten ist es die einer verhinderten und durchkreuzten Liebe, aber die Hindernisse sind, mit einer Ausnahme in Gestalt der vereinnahmenden Mutter, keine äußeren, sondern innere, moralische, sogar mentale. Ich verspürte die Notwendigkeit, in der Beschreibung der Liebe weiter zu gehen als man das normalerweise tut.

(…) Es gibt manchmal in der Liebe ein echte Gewalt der Gefühle, die wollte ich filmen. Ich meine damit nicht nur die Umarmungen, die ich versucht habe, objektiv und roh zu filmen, ohne Musik, sondern auch die Geständnisse, die Beichten, die Trennungen, die zur Folge haben, dass Personen sich erbrechen müssen oder in Ohnmacht fallen. Um es in einen Satz zu bringen: Ich habe nicht versucht, einen Film über körperliche Liebe sondern einen körperlichen Film über die Liebe zu machen.


(…) „Ich war 20 und erlaubte keinem zu sagen, dass es das schönste Lebensalter sei.“ Dieser Satz von Paul Nizan trifft gut auf die drei Figuren des Films zu, einer der ernstesten, die ich gedreht habe.“ (François Truffaut)




Regie: François Truffaut
Buch: François Truffaut, Jean Gruault, nach einem Roman von Henri-Pierre Roché

Kamera: Nestor Almendros

Musik: Georges Delerue

Schnitt: Yann Dedet

Produzent: Claude Miller
Produktion: Les Films du Carosse/Cinétel

Mit : Jean-Pierre Léaud (Claude Roc), Kika Markham (Anne Brown), Stacey Tendeter (Muriel Brown), Sylvia Marriott (Mrs. Brown), Marie Mansart (Claire Roc), Philippe Léotard (Diurka)

   Lesen Sie den Lebenslauf von François Truffaut



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