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Donnerstag, 22. Mai 2003 ab 22.20 Uhr

Themenabend:
Nördlich von Eden
Die Skandinavier und die sexuelle Befreiung

ZDF, 129 Min.
Von: Olaf Grunert


Aus dem kühlen Norden, vor allem aus Schweden und Dänemark, kamen die ersten Impulse zur sexuellen Befreiung. In einem fantasievoll gestalteten historischen Abriss und mit dem Porträt eines der einflussreichsten Porno-Produzenten der 60er- und 70er Jahre geht der Themenabend der Frage nach, warum die sexuelle Revolution gerade in den skandinavischen Ländern ihren Anfang nahm.

Schweden und Dänemark sind - spätestens seit skandinavische Frauen leicht bekleidet in den Filmen der Nachkriegsjahre erschienen und in den Filmen Ingmar Bergmans neben vollzogenem Seelenstriptease auch die Hüllen fielen - so etwas wie das Synonym für sexuelle Freiheit geworden. Wie kam es, dass gerade von hier aus, wo reformierte Staatskirchen Lustfeindlichkeit predigten und das Wetter selten Anlass zu leichter Bekleidung gab, Nacktheit, Geschlechtlichkeit und Lust ihren Siegeszug rund um die Welt antraten? In einem fantasievoll gestalteten historischen Abriss und in einem Porträt des einflussreichsten Porno-Produzenten jener Jahre, als von Skandinavien aus die Welt mit einschlägigen Heften und Filmen versorgt wurde, begibt sich der Themenabend auf die Spur dieses Phänomens.



22:40 
[VPS 22:40]

More sex please, we are Scandinavians!
Dokumentarfilm, Großbritannien / Dänemark / Deutschland 2001, 70 Min.
Erstausstrahlung
Von: Ghita Beckendorff, Torben Skjødt Jensen


Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der sexuellen Revolution. Er zeigt u.a. anhand von Archivaufnahmen, Ausschnitten aus Spielfilmen und Werbespots, warum gerade die Bedingungen in Skandinavien einen freieren Umgang mit der Sexualität erlaubten.

Der Dokumentarfilm begibt sich auf die Reise durch die Zeit der sexuellen Revolution. Er zeigt ihre Entwicklung und die Bedingungen, die es möglich machten, dass gerade im kühlen und protestantischen Skandinavien relativ früh die Grundlagen für einen freieren Umgang mit der Sexualität gelegt wurden. Am Anfang standen wie auch anderswo Heuchelei und Philistertum. Denn es waren gerade die Männer des Staates und der Kirche, die mit großer Regelmäßigkeit die Rotlichtbezirke der Städte besuchten. Und es waren diese bourgeoisen Kreise, die nach Entwicklung der Daguerreotypie mit ihrem Bedarf an schlüpfrigen Postkarten die Grundlage für die spätere Porno-Industrie legten. Mit hinreißendem alten Bildmaterial in fantasievoller Montage erzählt der Film diese Entwicklung und gleichzeitig die Geschichte eines Jahrhunderts, das wie kein anderes die private Welt veränderte. In Dänemark und Schweden fand die Welt eine sexuelle Freiheit vor, der es nachzueifern oder die es zu verdammen galt. Neben alten Fotos und anderen Archivalien belegen Ausschnitte aus Spielfilmen, Werbung und aktuelles Material die Entwicklung in Skandinavien, wo heute Porno-Magazine und einschlägige Videos längst an jedem Kiosk erhältlich sind.

Der Film von Ghita Beckendorff und Torben Skjødt Jensen war im Oktober 2001 beim "Sheffield International Documentary Festival" zu sehen.


23:55 
[VPS23:55]

Ich, der King of Porn
Das abenteuerliche Leben des Lasse Braun


Dokumentarfilm, Deutschland 2002, Erstausstrahlung




59 Min
Von: Thorsten Schütte


>>Der Sendetext als PDF

Der Film erzählt die Geschichte von Lasse Braun, der in den 60er Jahren ein maßgeblicher Kämpfer für die Legalisierung der Pornografie war und dann zu Europas führendem Porno-Produzenten wurde. Erstmals seit seinem Rückzug aus der Porno-Branche gewährt Lasse Braun Einblick in sein bewegtes Leben.


Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Lasse Braun, der in den 60er Jahren ein maßgeblicher Kämpfer für die Legalisierung der Pornografie war und zu Europas führendem Porno-Produzenten wurde. Der italienische Diplomatensohn beginnt seine Geschäfte mit dem Schmuggel pornografischen Materials im Dienstwagen des Vaters. Mit der steigenden Nachfrage nach Sexartikeln zieht es Lasse Braun nach Skandinavien. Dort baut er seine eigene Filmproduktion auf und realisiert zwischen 1969 und 1972 über 50 Kurzfilme. In ihnen vermischt er heimliche Sehnsüchte und surreale Fantasien mit dem Gedankengut sexuellen Aufbegehrens. Filmhändler und Schmuggler aus ganz Europa wollen die Werke von Lasse Braun vertreiben und er zögert nicht, allen gleichzeitig die exklusiven Vertriebsrechte zu verkaufen. Im Zuge der sexuellen Revolution und dem Kampf um Freizügigkeit und Selbstbestimmung kommt es Mitte der 70er Jahre tatsächlich zu der von Braun propagierten Pornografie-Liberalisierung in vielen europäischen Staaten. Porno wird zur Massenware, und Braun gerät zusehends in Schwierigkeiten, sich am Markt zu behaupten. Was einst als Ausdruck sexuellen Aufbegehrens und Kreuzzug gegen rigide Gesellschaftsnormen begann, endet in einer ausbeutenden und vom Kommerz geprägten Porno-Industrie. Erstmals seit seinem Rückzug aus der Porno-Branche gewährt Lasse Braun Einblick in sein bewegtes Leben und erzählt von seinen persönlichen Motiven und Strategien. Weggefährten und Gegner berichten offen und ungeschminkt von ihren persönlichen Erfahrungen mit Lasse Braun und den Anfängen des Porno-Business.




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