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Kleines Pornografie-Glossar
oder: Was Sie immer schon über Porno wissen wollten...

· Algolagnie
Sexuelle Lustempfindung beim Erleiden oder Zufügen von Schmerzen .

· Aufklärungsfilme
Seriös gehaltene, betont sachliche Filme, bei denen Dokumentarmaterial mit einer Spielhandlung verbunden wurde. Vor allem in Deutschland waren Aufklärungs- und "Report"-Filme ausgangs der Sechzigerjahre sehr erfolgreich ("Helga") und wurden ursprünglich sogar im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums produziert.

· Beaver-Loops
Filme für den Hausgebrauch, meist im Super-8-Format, mit gewagtem, aber nicht pornografischem Inhalt. Weiterführung von FKK-Film und Nudie, bei dem das weibliche Geschlechtsorgan, in der englischen Umgangssprache "Beaver", das immer wieder fokussierte Objekt der Begierde war.

· Bondage
wörtlich: Fesselung, zur Steigerung der sexuellen Erregung. Weitergefasst auch Unterwerfungsphantasien. Sado-masochistische Spielart, bei der Gegenstände wie Peitschen oder Fesseln sowie Leder- oder Gummibekleidung zum Einsatz kommen.

· Deep Throat
Porno-Klassiker (1973) und zugleich sozio- und sexualpsychologisches Phänomen. Die eigentliche Attraktion des Films sind Fellatio-Szenen, bei denen die Hauptdarstellerin Linda Lovelace die Fähigkeiten einer Schwertschluckerin unter Beweis stellt. Der Erfolg des Films liegt in dieser "Akrobatik", im Außergewöhnlichen. Manche Kritiker behaupten sogar, der Film sei zugleich einer mehr oder minder intelligente Parodie auf das Genre.

· Fetischismus
Lust auslösende Zuneigung bei der bestimmte Körperteileoder Gegenstände von Personen des gleichen oder anderen Geschlechts als einzige oder bevorzugte Quelle sexueller Erregung dienen.


· Ghoulies
Horrorvariante des Sexfilms, die nach Jahren der unschuldigen Nacktheit Sex mit Gewalt bis hin zu Folter und Mord verknüpfte, Blutrüstigekeiten aller Arten bot und so bezeichnende Titel wie "Color me Blood Red" oder "Two Thousand Maniacs" trug.

· Hardcore
Sexfilme im eigentlichen Sinne, bei denen der Geschlechtsakt nicht nur vorgetäuscht, sondern gezeigt wird, in realer Darstellung und in verschiedensten Sexualpraktiken (in Frankreich auch als "films raides" bezeichnet, als "scharfe Filme").

· Koprophilie
Starkes Interesse bis zur Versessenheit auf die eigenen Exkremente oder diejenigen Dritter.


Nudie
Besonders in den USA gepflegtes Filmgenre. In diesen Filmen werden nackte Personen gezeigt, jedoch ohne eine bewusste Betonung der Geschlechtsteile und der Schambehaarung. Keine Liebesszenen, meist handlungsarme FKK-Darbietungen.

· Porno-Rip-Offs
Porno-Remakes von seriösen Filmen - vergleichbar mit dem frühen Italo-Western und seinen amerikanischen Vorbildern. Hier taten sich die italienischen Erben Alberto Ferros besonders hervor, die bis Mitte der Achtzigerjahre vor allem Pornoversionen von Historien- und Sandalenfilmen drehten.  "Messalina" oder "Eine Jungfrau für Rom" sind dabei wie ihre Vorlagen aus den Sechzigerjahren von erfrischender Naivität und wie diese stilistische B- bis C-Ware.

· Roughies
Eine Art Amoklauf des Nudie-Genres, bei dem die zuvor unschuldige Schönheit des weiblichen Körpers durch jedwede Form körperlicher Gewalt abgelöst wurde. Chaos statt Harmonie, gewalttätige und lüsterne Mädchenbanden, Raub, Vergewaltigung, Folter. Roughies sind das Ergebnis einer gelockerten Zensur, die den wirklich sexuellen Film noch nicht zuließ, die gewagte Verknüpfung von Gewalt und Sexualität aber bereits möglich machte.

· Schwedenfilm




In den frühen Sechzigerjahren das erste Genre, in dem Nacktheit freizügig sexuelle Impulse aussandte - wenn auch mit allerlei magischem, naturmythischem und melodramtischem Beiwerk versehen. Sauber und naturbezogen, oft aber mit etwas schwermütiger Handlung. Formal eine Art Bindeglied zwischen den unerotischen Nudies und den lüsterneren Filmen aus Frankreich oder Deutschland, die dafür mit versteckter sexueller Symbolik arbeiteten.

· Skopophilie
Lust am Betrachten sexueller Handlungen Dritter, vergleichbar dem Voyeurismus.

· Snuff
Das Ende vom "guten" Pornofilm. Filme, die vom organisierten Verbrechen angebotene Szenen wiedergaben, in denen Frauen wirklich gequält, gefoltert und am Ende sogar getötet wurden (to snuff out bedeutet so viel wie "abkratzen"). Dies zog den aktiven Protest der Frauenbewegung und ein verändertes Bild des Porno im Allgemeinen nach sich.

· Softcore
Filme, in denen der Geschlechtsakt lediglich simuliert wird. Hier sind weder die Erektion des männlichen Gliedes noch der sexuelle Akt sichtbar.

· T&A-Movies
Das "Tits & Ass"-("Titten und Ärsche")-Genre zielte Ende der Siebzigerjahre auf den Markt der Teenager. Oft in der Verpackung flotter College-Komödien wippten kurze Röckchen und bare Brüste. "T & A"-Filme waren weniger der Versuch einer Neuauflage des Sexfilms, sondern die Eroberung eines neuen Publikums - indem man die Freigabe für Jugendliche oft gerade noch so eben durch die Zensurbehörden bewilligt bekam.

· Zoophilie
Geschlechtsverkehr mit Tieren - auch als Sodomie bezeichnet, aber begrifflich eindeutiger. Sodomie ist zugleich auch das veraltete Wort für den männlichen, homosexuellen Geschlechtsakt.



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