![]() Samstag, 16. August 2003, um 20.15 Uhr
Bereits zwei Jahre nach ihrer Eröffnung im Jahre 1996 wurde die von Peter Zumthor neugebaute Therme von Vals unter Denkmalschutz gestellt. Das Gebäude ist ein Quader aus übereinandergeschichteten Steinplatten. Durch das Zusammenspiel von Wasser, Stein und Licht wird eine Erfahrungswelt geschaffen, in der es dank der Lichteffekte, der Spiegelungen auf dem Wasser, der verwendeten Baustoffe und der Räumlichkeiten keinen Platz für Eintönigkeit gibt.
Von der Straße aus sieht man nur eine große Mauer, die aus flachen Steinen zu be-stehen scheint und breite, spaltenförmige Öffnungen aufweist. Aus der Nähe erkennt man übereinandergeschichtete Steinplatten aus Valser Quarzit, der zwei Kilometer von der Therme entfernt gewonnen, dann mit der Steinsäge millimetergenau zurechtgeschnitten, nummeriert und exakt platziert wurde – mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Mit seinem Gebäude erneuert Zumthor das Konzept des Thermalbads und hält sich gleichzeitig strikt an dessen Vorgaben. Der Kontakt mit dem Wasser führt immer zu einer Veränderung. Aber es geht nicht nur um die Wirkung der mineralischen Bestandtei-le des Wassers: Durch das gelungene Zusammenspiel von Wasser, Stein und Licht wird eine zugleich geistige und sinnliche Erfahrungswelt geschaffen – eine Reise von der Helligkeit in die Dunkelheit, von der Nacht in den Tag, von der Fröhlichkeit des großen Bades in die Einsamkeit einer abgelegenen Grotte. Hier taucht man aus dem öffentlichen Raum in die Privatsphäre ein: durch einfaches Durchqueren von Bereichen, die eher an Landschaft als an Architektur erinnern: Eine Landschaft aus Irrgärten und Tunneln, in der man die gesamte Geologie der Berge lesen kann. |





