| Warum? Mädchen
Warum fahren hier so komische Laster rum?
Frau
Das sind Betonlaster. Sie bringen Beton zur Baustelle,
aus dem Wände und Decken gemacht werden. Der Beton in
den Lastern ist flüssig und besteht aus Sand, Steinen,
Wasser und Zement. Du mußt Dir das so vorstellen: die
Bauleute nehmen Sand und Steine zum Bauen. Damit das auch
zusammenhält, brauchen sie einen Kitt. Der wird aus
Zement und Wasser angerührt. Beton entsteht also, wenn
man Sand und Steine mit Zement und Wasser vermischt. Der
flüssige Beton wird dann zwischen Eisenplatten gegossen,
wo er hart wird. Dann werden die Eisenplatten weggenommen
und fertig ist die Betonwand.
Mädchen
Was ist eigentlich Zement?
Frau
Zement wird aus Kalkstein, Ton
oder Kreide hergestellt. Erst wird alles gemahlen und
dann bei 1500ºC im Ofen gebrannt. So entsteht Zement.
Wird Wasser dazugegeben, erhärtet er.
Mädchen
Wie wird er denn hart?
Frau
Wenn Beton hart wird, bildet der Zement Fäden aus, die
Sandkörner und Steine miteinander verbinden. Das nennt
man Aushärten, was sich noch jahrelang fortsetzt. Die
Behälter, in denen der Beton auf dem Laster
transportiert wird, müssen sich ständig drehen, damit
der Beton nicht schon beim Transport anfängt, hart zu
werden. Betonblöcke brauchen übrigens 7 Tage bis sie so
hart sind, daß sie transportiert und eingebaut werden
können. Und erst nach 28 Tagen hat der Beton die Härte
und Stabilität, daß Baufachleute überprüfen können,
ob die Betonwände und -decken das Haus auch tragen
können und nicht einstürzen.
Mädchen
Ist im Mörtel eigentlich auch Zement drinnen?
Frau
Ja, klar. Mörtel ist ja auch ein Kitt, der Steine
zusammenhält. Er besteht aus Sand, Wasser und einem
Bindemittel wie Kalk, Gips oder eben Zement. Stell Dir
mal vor, die alten Ritter sollen in den Mörtel sogar
Ochsenblut und Quark reingerührt haben; das soll einen
sehr festen Mörtel gegeben haben.
Mädchen
Kann man eigentlich auch ohne Beton oder Mörtel bauen?
Frau
Das geht schon. Beton wurde ja erst in unserer Zeit
erfunden. Früher gab es nur Mörtel. Die Alten Ägypter
zum Beispiel haben die Pyramiden ohne Mörtel gebaut. Die
Steine sind so groß, daß sie allein durch ihr Gewicht
halten. Auch die Griechen und Römer konnten ohne Mörtel
bauen. Sogar Torbögen. Der dunklere Stein in der Mitte
heißt Verschlußstein. Er wurde als letzter eingefügt
und hält den ganzen Bogen. Eine andere Möglichkeit war,
die Steine in einer bestimmten Weise anzuordnen, auch
dadurch hält der Bogen ohne Mörtel. Wenn man allerdings
den orangenen Stein herauszieht, bricht alles zusammen.
Mädchen
Ich finde es besser, daß wir heute nur noch mit Beton
und Mörtel bauen.
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