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Archimède   25. Mai 1999
06.gif (14351 octets) Buchtip
„E = m c Quadrat - eine Formel verändert die Welt"

 

Wie Albert Einstein die Welt sah beschreibt Harald Fritzsch in seinem Buch „E = m c Quadrat - eine Formel verändert die Welt", das jetzt auch in Frankreich bei Odile Jacob erschienen ist. Was hält der Physiker Bernard Diu davon?

Bernard Diu
Ich denke, das Buch ist sehr gelungen. Nach meiner Meinung sollte ein Wissenschaftler immer so gut er kann erklären, was er macht. Das Buch ist sehr interessant, die formale Umsetzung finde ich originell.

Der Autor beschreibt in seinem Buch einen fiktiven Dialog zwischen Isaac Newton, der 1687 die erste Theorie der Physik veröffentlichte und Einstein, der 1905 Newtons Theorie erschütterte. Harald Fritzsch verbirgt sich im Buch als Autor hinter einer Person namens Adrian Haller. Dieser Adrian Haller schläft auf einer Wiese bei Cambridge ein und träumt dort, er treffe zunächst Newton und dann Einstein. Zwischen den dreien entwickelt sich eine Art Dialog. Das Ziel ist es, Newton zu erklären, was Einsteins Theorie beinhaltet. Dabei muß man sagen, daß die Dialogform schon sehr alt ist. Platon hat sie in den Dialogen mit Sokrates verwendet und auch der Physiker Galilei hat 1632 ein Buch mit dem Titel "Dialog über die beiden großen Systeme der Welt, das ptolemäische und das kopernikanische" veröffentlicht. Und auf ihn bezieht sich auch Harald Fritzsch in seinem Buch.

Hier eine kleine Passage über Einstein:
Nehmen wir einmal an, ein Raumfahrer reist mit einem Raumschiff von der Erde ab, wobei die Geschwindigkeit des Raumschiffs etwa 260 000 Kilometer in der Sekunde betragen soll. Eine solche Geschwindigkeit entspricht ziemlich genau einem Gammafaktor von zwei. Nehmen wir auch an, daß dieser Raumfahrer einen Zwillingsbruder auf der Erde zurückläßt. Er reist ab, sagen wir im Alter von 30 Jahren. Zehn Jahre lang fliegt er in seinem Raumschiff von der Erde weg. Nach Ablauf dieser Zeit bremst er das Raumschiff möglichst schnell ab, kehrt um und fliegt auf geradem Wege zur Erde zurück. Nach weiteren zehn Jahren kommt er dann wieder auf der Erde an, also im Alter von 50 Jahren. Er wird dann feststellen, daß sein Zwillingsbruder mittlerweile um vierzig Jahre gealtert ist, also gerade seinen siebzigsten Geburtstag feiert und seit einigen Jahren Pension bezieht.

Dieser Effekt, der für den gesunden Menschenverstand doch recht überraschend ist, ist damit bewiesen. Harald Fritzsch hat es mit seinem Buch geschafft, die Relativitätstheorie allgemein-verständlich zu erklären. Er stellt dieses komplexe Thema vereinfacht dar ohne es zu verfälschen.

  © 1999 ARTE G.E.I.E