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Archimède   1. Juni 1999
03.jpg (14504 octets) Im Gleichgewicht

 

 

Im Verein der Kleinen Schlauköpfe wird Wissenschaft zum Kinderspiel.

C. Loubet
Unter welchen Bedingungen ist man im Gleichgewicht, und unter welchen ist man es nicht? Wir werden ein paar Experimente mit Korken, Stöcken und Knetmasse anstellen und versuchen, Schritt für Schritt die Gesetze, die physikalischen Gesetze zu entdecken, nach denen man bestimmen kann, ob sich etwas im Gleichgewicht hält oder nicht.

Test: Wie hält man einen Zahnstocher in einem Korken im Gleichgewicht auf dem sehr kleinen Ansatzpunkt der Zahnstocherspitze? Nicht so einfach, es sei denn, man läßt sich von einem Seiltänzer inspirieren.

C. Loubet rät den Kindern, den Korken auf dem gespannten Faden auszubalancieren.
Der Ansatzpunkt ist die Spitze des Zahnstochers...Man könnte versuchen, ihn mit Knetmasse auf den Seiten ...So bekommt das Ganze ein wenig Ähnlichkeit mit einem Seiltänzer. Was trägt der Seiltänzer, wenn er über das Seil geht? Eine Stange..... um sich im Gleichgewicht zu halten. Und sie wird durch Gewichte an beiden Enden gebogen. Jetzt klappt das Experiment mit dem Korken.

C.Loubet
Und weil wir echte kleine Wissenschaftler, echte Kleine Schlauköpfe sind, möchte ich, daß wir ein Gesetz finden, aber ein richtiges wissenschaftliches Gesetz, nach dem man ein für allemal sagen kann, wie ein Gleichgewicht zustande kommt. Wenn man versucht, ein wissenschaftliches Gesetz zu finden, bemüht man sich zunächst um sogenannte Hypothesen.

Drei Parameter sind zu variieren, drei Kindergruppen machen sich ans Forschen: 1.Man ist nicht sicher, zum Beispiel über den richtigen Abstand der Stöcke zur Herstellung des Gleichgewichts. 2. Man ist auch nicht sicher über die Zahl der Stöcke, die man braucht, damit es funktioniert, und 3. nicht über die Höhe, in der die Gewichte angebracht werden müssen..

C. Loubet
Wenn man einen Parameter variiert, ist es wichtig, die anderen nicht zu variieren. Also, ihr kümmert euch um die Länge der Stöcke. Jetzt zur Gruppe "Abstand der Stöcke". Wenn man sie näher an den Korken heranführt, hält das Gleichgewicht. Je kürzer der Abstand, desto besser hält es. Eine andere Gruppe hat die Anzahl der Stöcke variiert. Die Schlußfolgerung lautet, daß man sehr viele anbringen kann, das Problem ist nur, daß die Kugeln alle ungefähr gleich groß sein müssen, außerdem müssen auch in etwa gleich viele auf jeder Seite sein. Wenn es weniger leicht beweglich ist, hält es besser und bleibt stärker im Gleichgewicht. Was schließen wir daraus? Mit mehr Stöcken kriegt man es besser hin als mit wenigen. Die dritte Gruppe hat die Länge der Stöcke variiert. Und hat herausgefunden, daß man den Abstand des Gewichts von oben verlängern muß, um ein besseres Gleichgewicht zu erzielen.Je weiter unten die Gewichte sitzen, desto besser hält es.

Schlußfolgerung: Damit das Gleichgewicht zustande kommt, müssen die Stöcke so eng wie möglich stehen, die Gewichte unterhalb des Ansatzpunktes liegen, und man braucht eine bestimmte Anzahl von Stöcken. Viele Stöcke sorgen für mehr Gewicht auf dem Korken und auf dem Ansatzpunkt.

C. Loubet
Welches Gesetz kommt ins Spiel, wenn dieses kleine Objekt auf einem sehr kleinen Ansatzpunkt halten soll, also auf einer minimalen Fläche, die man Ansatzpunkt nennt? Damit es sein Gleichgewicht findet, muß das Maximalgewicht unterhalb des Ansatzpunktes liegen.

Das Gleichgewicht eines Objekts hängt also von der Verteilung seiner Masse um seine Ansatzfläche ab. Die Kleinen Schlauköpfe haben das gerade an dem Korken und den Stöcken demonstriert: einem symmetrischen Objekt. Aber bei komplizierteren Systemen muß man das Schwerkraftzentrum berücksichtigen.

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