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Archimède   13. Juli 1999
  Der Videorekorder


Was passiert, wenn Sie eine Sendung aufzeichnen, um sie später von Kassette noch einmal anschauen zu können. Die Bilder, die Ihr Fernsehgerät über Kabel oder Antenne empfängt, setzen sich aus elektrischen Impulsen zusammen.
Der Fernseher wandelt diese Impulse in Bilder und Töne um, und der Videorecorder ist so konzipiert, daß er diese Impulse speichern kann. Er zeichnet also die Information auf, um sie später wiedergeben zu können. Das aufgezeichnete Signal ist nicht elektrischer, sondern magnetischer Natur, daher verwendet man zur Speicherung ein Magnetband. Die Kassette wird in den Recorder eingelegt, und das Magnetband schlingt sich um verschiedene Mechanismen, damit es einem genau festgelegten Weg folgen und mit konstanter Geschwindigkeit transportiert werden kann. Das Band wird an dieser schräggestellten Trommel vorbeigeführt, auf der sich die Videoaufnahme-, Wiedergabe-, und Löschköpfe befinden. Es handelt sich um kleine Elektromagnete, die die elektrischen Impulse in elektromagnetische Signale verwandelt. Diese Signale werden dann auf das Band geschrieben. Es ist mit winzigen Metallpartikeln beschichtet: Chrom, Kobalt und Eisen, die beim Passieren des Bandes aufmagnetisiert werden. Die Neigung der Trommel erlaubt eine Schrägaufzeichnung der Spuren, wodurch sich die Bandkapazität sehr viel besser ausnutzen läßt. Nach der Speicherung der Bilder wird das Band über den Capstanmotor an einem Audioaufnahmekopf vorbeigeführt, der die Signale horizontal aufzeichnet.

Bei der Bildspeicherung wird fast das 300fache an Informationen aufgezeichnet wie bei der Tonspeicherung. Jeder Schrägspur ist eine entsprechende Audiospur zugeordnet. Beides – Ton und Bild – werden über eine Kontrollspur synchronisiert, die sich am äußersten Rand des Bandes befindet.
Am Ende dieser ganzen Aufzeichnungsprozedur wird das Band in die Kassette zurückgefahren, die Fernsehsendung ist gespeichert. Kommen wir nun zum Lesevorgang. Das magnetisierte Band wird an den verschiedenen Leseköpfen vorbeigeführt, die nun den Aufzeichungsvorgang umkehren und das elektromagnetische Signal in elektrische Impulse zurückverwandeln. Schließlich werden diese Impulse wieder in das Fernsehgerät geschickt und dort in die entsprechenden Töne und Bilder umgesetzt. So können Sie sich diese Sendung also anschauen, wann Sie wollen und auch sooft Sie wollen.

  © 1999 ARTE G.E.I.E