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03. August 1999 | |
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Vulkanismus
in Deutschland Das GeoForschungsZentrum Potsdam hat eine Karte der erdbebengefährdeten Gebiete Deutschlands, Österreichs und der Schweiz herausgegeben. Die Karte zeigt es: Vor allem die majestätischen Alpen sind Unruhegebiete. Doch erstreckt sich eine Gefährdungszone auch im Westen Deutschlands, von den Alpen entlang des Rheins bis in den Raum Köln. Bewegungen der Erdkruste in der Erdneuzeit waren von intensivem Vulkanismus begleitet. Der Vulkanforscher Ulrich Schmincke von GEMAR in Kiel gilt als der intimste Kenner des Vulkanismus der Eifel. Er zeigt ARCHIMEDES, wo wir dort heute noch das Atmen der Erde sehen können, und er gibt eine Abschätzung der Vulkanismus- und Erdbebengefahr in Deutschland. Die Erde brennt. Professor Dr.
Hans-Ulrich Schmincke Die Erde bebt. Dr. Klaus Klinge Auch in Deutschland sind die
Menschen und ihre Bauwerke in Gefahr. Auch hier brennt
und bebt die Erde. Deutschland, ein Land der Beben und
Vulkane. Die Erdbeben der letzten Jahre: die Gefahrenzonen liegen vor allem im Oberrheingraben, in der schwäbischen Alb, der niederrheinischen Bucht und in Ostthüringen. Dynamik unter Deutschland . Wir haben in Deutschland keine Plattengrenze, obwohl wir einzelne Gebiete haben, die als Störungszonen bezeichnet werden, zum Beispiel den Rheintalgraben, eine Bruchzone, die hier durch den europäischen Kontinent hindurchläuft und in der es immer wieder zu Erdbeben kommt. Diese Beben gibt es zwischen Basel, Frankfurt bis hin zur niederrheinischen Bucht. Es gibt aber noch einen anderen Einfluß und zwar rührt der her durch die Kontinentalbewegung, durch die Bewegung der afrikanischen Platte, die ja ihre Grenzzone im Raum der Alpen hat. Hier gibt es Erdbeben im süddeutschen Raum, im Alpenraum und die führen immer wieder zu Schäden in dieser Region. Neben den Beben zeigen auch Vulkane die Dynamik unter Deutschland. Die meisten waren allerdings zum letzten Mal vor Millionen von Jahren aktiv. In einem Gebiet aber gibt es geologisch jungen Vulkanismus, der als noch nicht erloschen gilt: in der Eifel. Jeder Berg ein Vulkan, ein sogenannter Schlackenkegel. Der letzte Ausbruch fand hier vor 10.000 Jahren statt, also vor geologisch betrachtet kurzer Zeit. Im Neuwieder Becken: der Laacher See. Hier kam es vor knapp 12.000 Jahren zum damals größten Vulkanausbruch in ganz Mitteleuropa. Rund 5 Kubikkilometer Magma spuckte der Vulkan aus, mehr als der Vesuv im Jahr 79 nach Christus. So ein Ausbruch kann wieder passieren. Professor Ulrich Schmincke, Vulkanologe, schildert die Eruption anhand der abgelagerten Schichten. Prof. Schmincke Große Gesteinsbrocken flogen durch die Luft und dellten bei der Landung die feuchte, weiche Asche darunter ein. In der Umgebung sind nur tierische, keine menschlichen Knochen gefunden worden. Die Erklärung: die Katastrophe hatte sich angekündigt, die Menschen flohen vor dem Vulkanausbruch. Es gab also wohl keine Opfer. Damals Fluch, heute Segen für die Menschheit: der Vulkanismus sorgte für reiche Vorkommen von Bimsstein, einem gut isolierenden Baustein. Der Vulkanismus in der Eifel ist nicht erloschen. Bester Beweis: am Ostufer des Laacher Sees steigen Gasblasen aus der Tiefe: Kohlendioxyd und Edelgase. Der Vulkanologe hält Ausbrüche von kleineren Vulkanen in der Umgebung des Laacher Sees sogar für überfällig. Diese Eruptionen wären aber zumindest kurzfristig vorhersagbar. Für Erdbeben gilt diese Vorhersagbarkeit nicht. Zwar sind alle Beben der letzten Jahre von den Erlanger Seismologen gemessen worden. Vorhersagen konnten sie aber kein einziges. Eines aber steht fest: Die Dynamik unter Deutschland ist nicht so stark wie etwa unter Kolumbien oder Japan. Diese Länder grenzen direkt an aktive Plattengrenzen. Dort speichert sich soviel Energie durch die Bewegung der Kontinentalplatten gegeneinander. In Deutschland selbst grenzen keine solchen Kontinentalplatten aneinander, das heißt, es wird nicht soviel Spannung angehäuft, die dann zu diesen Beben mit diesen katastrophalen Folgen führen. Ein Beben wie das nördlich von Aachen kann sich aber jederzeit wiederholen. Doch sind solche Beben immer noch hundert mal schwächer als die verheerenden Katastrophen in Kolumbien oder Japan. Immerhin, damals, vor sieben Jahren, nahm sogar der Kölner Dom ein wenig Schaden. So aber wird das Wahrzeichen durch die Dynamik unter Deutschland wohl nie geschädigt werden. |
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