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07. September 1999 | |
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Die Rückkehr
der Wölfe
Jahrhunderte wurden sie von den Menschen gejagt und
verteufelt: die Wölfe. In den letzten zwanzig Jahren haben sich die
Wölfe aus ihren abgelegenen Rückzugsgebieten wieder hervorgewagt.
Über Polen, Kroatien und Slowenien breiten sich die Raubtiere bis
nach Mitteleuropa aus. Selbst eine Wiederansiedlung in Deutschland und
Frankreich halten Wolfsforscher in naher Zukunft für möglich.
Doch noch weiß man verhältnismäßig wenig über
die europäischen Wölfe. Im Unterschied zu den Wölfen in
Nordamerika, die häufig in großen Wildnisregionen leben, müssen
sich die Tiere hier in besiedelten Landschaften mit den dort lebenden
Menschen arrangieren. Christoph Promberger, Wolfsforscher, Wildbiologische
Gesellschaft München e.V. Mit Hilfe eines Senders sind die Wolfsforscher hier
der größten europäischen Wolfspopulation auf der Spur.
Über Funk verfolgen sie die Bewegung einiger Wölfe, denen sie
zuvor ein Sendeband angelegt hatten. Über die Aufenthaltsorte wird
genau Buch geführt. So lassen sich Rückschlüsse über
die Territorien und Wandergewohnheiten der Wölfe ziehen. Die Anzahl
der in Rumänien lebenden Tiere schätzen die Forscher inzwischen
auf 3100. Das sind mehr als 30 Prozent des europäischen Bestands. George Predoiu, Forstwissenschaftler Aus Kanada und Amerika ist dieses Verhalten nicht bekannt. Wenn der Mensch es zuläßt, können diese Tiere anscheinend auch in direkter Nachbarschaft mit seinem einzigen natürlichen Feind leben und überleben. Christoph Promberger Zur Wolfsstation von Christoph Promberger gehören auch zwei zahme Wölfe, Crai und Poiana. Vor Menschen haben sie keine Angst, sie sind von klein auf an sie gewöhnt. Heute werden mit ihnen Futterexperimente durchgeführt. Promberger berechnet so, wieviel der Wolf zum Überleben braucht. Doch Forschung allein wird das Überleben der Wölfe nicht sichern. Christoph Promberger versucht seit Jahren durch Aufklärungskampagnen das Klischee vom bösen Wolf zu bekämpfen. Denn nicht alle Bewohner der Karpaten sehen den Wolf gerne. Für die Schäfer, die der Forscher regelmäßig besucht, ist der Wolf immer noch eine Bedrohung. Extensive Schafshaltung ist in den Karpaten eine wichtige Einnahmequelle. Von Mai bis September ziehen die Schäfer mit ihren Tieren in die Berghöhen. Die Armut ist groß meist hüten sie Schafe nur im Auftrag. Um so größer ist ihre Angst vor Verlusten. Für die Wolfsforscher steht fest, daß man den Schäfern vor allem durch ein bessere Bewachung helfen müßte. Elektrozäune könnten die Schafe auch die Nacht über schützen. Christoph Promberger Mit etwas Geld könnte den Schäfern leicht geholfen werden. Einnahmen erhofft sich Christoph Promberger durch den Tourismus, den sein Projekt mit ankurbeln soll. Denn solange die Bevölkerung von den Wölfen keinen Nutzen hat, glaubt er, wird sie die Tiere auch nicht schützen. Keine Massen will Christoph Promberger in die Karpaten locken, sondern umweltbewußte Öko-Touristen. Immer mehr Rumänen lassen sich von ihm überzeugen, daß sich das Wolfsprojekt langfristig auch für sie lohnen könnte. Zudem gibt es in der ländlichen Gegend kaum andere Einnahmequellen. Christoph Promberger Und sie sind bereits eingetroffen, die ersten Touristen. Auf den Spuren der Wölfe lassen sie sich von einem Mitarbeiter des Projekts durch den Wald führen. Wo vor kurzer Zeit noch eine Wölfin mit Senderhalsband ihr Quartier hatte, können jetzt die Touristen ihren ehemaligen Aufenthaltsort bestaunen. Ihnen wird allerdings vermutlich kein wilder Wolf begegnen. Viel zu scheu sind die Tiere. Was die Urlauber in jedem Fall mit nach Hause nehmen, ist ein anderes Bild von den so oft verkannten Tieren. Eine Investition in die Zukunft - denn möglicherweise werden die Wölfe bald auch in ihrer Heimat wieder ansässig. Christoph Promberger |
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