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05. Oktober 1999 | |
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Wie tief sind die Alpen? Die Erde bebt. Riesige
Gewichte heben und senken sich, lassen den Untergrund erzittern. Messfahrzeuge
klopfen mit den Gewichten zwischen den Rädern die Alpen ab: Wissenschaftler
wollen die genauen Ausmaße der Alpen erkunden. Natürlich ist
schon länger bekannt, wie hoch sie sind. Aber nicht wie tief. Wie
weit reicht also die alpine Kruste in die Tiefe und welche Gesteinsstrukturen
weist sie auf? Prof. Dr. Helmut Gebrande,
Institut für Allgemeine und Angewandte Geophysik, Universität München Das Vermessen des alpinen Untergrunds
ist in erster Linie Grundlagenforschung. Aber: die genaue Kenntnis des
Aufbaus der Alpen wird die Suche nach Bodenschätzen wie etwa Erdöl
erleichtern. Auch die Vorhersage von Erdbeben. Außerdem
profitiert der Tunnelbau von der Forschung. Die großen Störungszonen
im Untergrund werden bald bekannt sein und können umgangen werden.
Die Messungen sind aber
auch ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft. Die Forscher glauben
zu wissen, wie die Alpen entstanden sind und wie sie sich weiterentwickeln
werden. Wo heute Gipfel
emporragen, gab es vor Millionen Jahren ein Meer. Doch
dann kamen sich die beiden Platten, aus denen Europa und Afrika bestehen,
aneinander näher. Prof. Dr. Helmut Gebrande Eines gilt aber als ziemlich sicher: Dieser Knautsch-Prozeß und damit auch das Wachstum der Alpen werden schwächer. Die Folge: Wind und Wetter überwiegen. Sie werden die Alpen abtragen. Weg mit den Alpen - freie Sicht zum Mittelmeer: In etwa 100.000 Jahren - so die Geophysiker - wird der flapsige Spruch fast Wirklichkeit werden. Die Alpen sind dann ein Mittelgebirge wie etwa der Bayerische Wald.In geologischen Zeiträumen betrachtet, waren die Alpen dann nur ein kurzes Intermezzo. Diese Ergebnisse sind noch nicht gesichert. Erst Ende September liegen alle Meßdaten vor - nachdem ein Bandwurm aus Stahl über den Alpenhauptkamm gekrochen ist und die Erde erbeben läßt . |
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