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05. Oktober 1999 | |
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Leistung gegen Sportsgeist: Doping Jeden Morgen um neun beginnt das Warmlaufen für das tägliche Training. Der Weg zum Ziel ist weit, und das Ziel der Athletin ehrgeizig: Für die Hochleistungssportlerin Mona Steigauf heißt es „Olympia 2000". Ihre Disziplin, der Siebenkampf, ist anspruchsvoll und erfordert tägliches, mehrstündiges und hartes Training für die einzelnen Sportarten. Dazu gehören Hoch- und Weitsprung, Hürden- und Tempoläufe, Speerwerfen und Kugelstoßen. Und Olympia 2000, dieses hehre Ziel, will sie ausschließlich aus eigener Kraft erreichen, ohne künstliche Leistungssteigerung, ohne Doping statt dessen mit Training und Disziplin, mit Härte und Ehrgeiz und auch mit Verletzungen und Schmerzen. Der Hürdenlauf ist ihre Lieblingsdisziplin, 8´08 über sechzig Meter ihre Bestleistung. Mona Steigauf, Leichtathletin Die Zunahme von Doping-Skandalen in den letzten Jahren erschütterte das Internationale Olympische Comitee, die Sportverbände und die Öffentlichkeit gleichermaßen. Klar ist: Doping, die gefährliche Leistungssteigerung aus der Ampulle ist heute ein alltägliches Phänomen im Leistungssport allen Kontrollen zum Trotz: Prof. Dr. Helmut Digel,
Nationales Olympisches Komitee, Darmstadt
Beispiel Anabolika-Mißbrauch: die künstliche Zufuhr von Testosteron, dem männlichen Sexualhormon. Es bewirkt die Zunahme roter Blutkörperchen, verbessert den Sauerstofftransport, erhöht die Leistungsfähigkeit; vor allem aber bildet sich mehr Muskelmasse bei gleichzeitiger Abnahme des Körperfetts. Anabolika sind die weltweit am meisten verwendeten Dopingmittel ... Und die Nebenwirkungen? Das Herz vergrößert sich die Arterien aber nicht. Das kann zum Herzinfarkt führen durch Unterversorgung des Herzmuskels, und zur Arteriosklerose durch Ablagerungen in den Blutgefäßen. Außerdem können Tumore in der Leber entstehen. Zudem verändern künstliche Sexualhormone das Geschlecht: die Brust der Frau geht zurück; die des Mannes wächst zu weiblichen Formen, während gleichzeitig seine Spermien abnehmen: er wird zeugungsunfähig. Das Nachweisverfahren von Dopingsubstanzen aus dem Urin ist kompliziert und aufwendig, weil die Mittel in anderer Konsistenz wieder ausgeschieden werden, als sie eingenommen wurden der Körperstoffwechsel verändert sie. Deshalb muß zuerst eine Hydrolyse gemacht werden, die zur Aufspaltung der Moleküle führt. Das Zugeben eines organischen Lösungsmittels zum Testurin führt nach einer längeren Prozedur zur Reinigung und Konzentration und damit zum Nachweis von möglichen verbotenen Dopingmitteln. Die reduzierte Testsubstanz muss noch einmal chemisch verändert werden für den eigentlichen Nachweis am Ende der Testreihe bleiben nur noch drei Mikroliter übrig. Aus diesen wenigen Tropfen ermittelt ein Massenspektrometer exakt die enthaltenen natürlichen oder eben die synthetisch zugeführten Hormone. Diese Werte werden als grafische Signale auf den Bildschirm übertragen. Prof. Dr. Helmut Digel Dr. Christian Strasburger,
Medizinische Universitätsklinik, München Bis jetzt konnten Athleten unerkannt mit Wachstumshormonen dopen; der Nachweis war kaum möglich. Vor kurzem veröffentlichte das renommierte Wissenschaftsmagazin Lancet" den erfolgreichen Abschluß nach 8-jähriger Forschungsarbeit an der Münchner Universitätsklinik: der endokrinologischen Arbeitsgruppe war erstmalig der Nachweis von Somatropin im Blutserum gelungen. Wer sicher gehen will, bisher noch unerkannt zu bleiben, der arbeitet mit der neuen Zauberformel EPO. Das Hormon Erythropoetin kurz EPO entsteht in den Nieren und regt die Produktion roter Blutkörperchen an; das bedeutet mehr Energie durch bessere Sauerstoffreserven im Blut. Die Nebenwirkung: das Blut wird dickflüssig; das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt. Prof. Dr. Wilhelm Schänzer,
Deutsche Sporthochschule, Köln Prof. Dr. Wilhelm Schänzer |
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