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Archimède  05. Oktober 1999
 

Fußballweltmeisterschaft der Roboter


Stockholm im August. Das schwedische Königreich ist Gastgeber einer Veranstaltung mit Zukunft.
Fast unbemerkt vom werten Publikum probt in der ehemaligen „Allgemeinen Bildungsanstalt" ein Massensport des 21. Jahrhunderts seinen Auftritt: Fußballweltmeisterschaft der Roboter.

Halbfinale: Italien gegen den Titelverteidiger aus Freiburg, der die deutschen Farben vertritt. Kein Mensch, keine Fernsteuerung greift ein: voll autonom sind die kleinen Kicker. Nur mit Hilfe ihrer Kameras und ihrer Software treffen sie ihre Entscheidungen. Und doch ist das ganze nicht nur Spiel, sondern auch ein bisschen Wissenschaft.

Hiroaki Kitano, Internationales Robocup Komitee
"Robocup macht Werbung für die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und die Roboter-Forschung. Dabei benutzen wir das Fußball-Spiel, weil es von den Robotern eine Wahrnehmung in Echtzeit verlangt. Das ist wichtig für die Technologien, die wir in Zukunft in der Industrie haben werden. Es bedeutet einfach: Der Roboter muss eine Situation selbst verstehen können.
Unser großes Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 einen total autonomen humanoiden Roboter zu bauen, der in keiner Weise vom Menschen gesteuert wird. Und der wird die menschlichen Fußballer bei der Weltmeisterschaft schlagen, nach den offiziellen Regeln der FIFA."

Bislang spielen in der Roboter-Liga ohne Räder aber die Vierbeiner noch die Hauptrolle: Die putzigen Hunde auf vier Rädern gab’s vor kurzem in Japan und den USA schon zu kaufen, als Tamagotschi mit Beinen: Preis: 2500 Dollar. Für den Robocup 99 haben ein paar Unis die kleinen Bestien auf Torinstinkt umprogrammiert. Überzeugender Weltmeister bei den SONY-Hunden wurde Frankreich mit 4:1 gegen Australien.

Hans-Dieter Burkhard, Teamchef der Berliner Roboterhunde
"Das wird mal die elektrische Eisenbahn des nächsten Jahrhunderts. Es wird zum Schluß nicht das Kind mit spielen, sondern der Vater".

Zurück zur Königsklasse der Roboter: Italiens Gegner im Finale ist das Team der Technischen Universität Teheran. Wieder alle Erwartungen liegt Italien schon nach wenigen Minuten 0:1 zurück. Kurz darauf ein Drama am Strafraum der Iraner Uni: Eigentor. Doch im direkten Gegenzug stellt der iranische Torjäger die Angelegenheit wieder richtig: Noch kurz vor Ende der ersten Halbzeit folgt das 3:1 für die Teheraner.

  © 1999 ARTE G.E.I.E