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Buchtip:
Odyssee der Menschheit
André Nel
La plus belle histoire de l'Homme von André Langaney, Jean
Clottes und Jean Guilaine ist eine Zusammenfassung von Gesprächen
mit Dominique Simonnet. Ich fand dieses Buch äußerst interessant,
weil es in direkter Verbindung zu dem steht, was mich als Paläontologe
bewegt. Es beginnt dort, wo ich mit meiner eigenen Forschung aufhöre,
nämlich vor drei Millionen Jahren. Dieses mutige und auf Genauigkeit
bedachte Werk beschäftigt sich mit dem problematischen Thema der
Menschheitsgeschichte und greift dabei auf die allerneuesten Ergebnisse
der Paläontologie, der urgeschichtlichen Forschung und der Molekularbiologie
zurück. Dieses Buch ist sozusagen das I-Tüpfelchen auf die Problematik
der Rassenlehre, denn es erbringt den Beweis der Nichtexistenz menschlicher
Rassen. Der Begriff "menschliche Rasse" ergibt keinen Sinn,
er bedeutet nichts. In diesem Sinne handelt es sich also um ein tiefgreifend
humanistisches Werk.
Außerdem liefert es neue Hypothesen und Theorien hinsichtlich der
Interpretation von Höhlenmalereien und beschäftigt sich mit
dem Auftauchen von Religion und Kunst vor 15.000 bis 17.000 oder 18.000
Jahren. Ganz besonders interessant fand ich die Interpretation der Revolution
im Neolithikum, in deren Verlauf die Landwirtschaft entstanden ist, die
ja bedeutende Konsequenzen für den Menschen hatte. Dank ihrer war
er in der Lage, den Planeten zu besiedeln, ihn zu zähmen und menschlicher
zu machen. Das zog aber auch sehr unerfreuliche Dinge nach sich wie Kriege,
menschliche Auseinandersetzungen, Privateigentum und die Ausbeutung und
Zerstörung der Umwelt.
Die Autoren machen unmissverständlich deutlich, dass wir uns derzeit
noch immer in dieser neolithischen Revolution befinden, das heißt,
unsere Art zu denken hat sich seit fünf-, sechs- oder siebentausend
Jahren nicht wesentlich verändert. Ich
persönlich stimme ihnen voll und ganz zu, wenn sie in ihrem Werk
La plus belle histoire de l'Homme behaupten, der Mensch müsse
dringend seine Gewohnheiten und Denkweisen ändern, er müsse
sich weiterentwickeln und
eine neue - in Anführungszeichen - "postneolithische Revolution"
in Gang setzen, um der Zerstörung seines Planeten Einhalt zu gebieten.
"La plus belle histoire
de l'Homme" ist in Frankreich bei Seuil erschienen, die deutsche
Übersetzung wird in Kürze im Lübbe-Verlag erhältlich
sein.
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