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23. November 1999 | |
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Mit Bakterien gegen Quecksilber Das Forscherteam der GBF (Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig) bereitet seinen ersten Einsatz mit dem mobilen Labor vor: Ein Hochleistungslabor auf Rädern, in dem chemische und mikrobiologische Analysen vor Ort durchgeführt werden können. Erster Einsatzort: ein verschmutztes
Gewässer, irgendwo in Deutschland. Das
Fischsterben deutet auf vergiftetes Wasser hin. Erste Analysen zeigen,
dass es sich um Quecksilber handelt - einer der giftigsten Stoffe für
die Natur: Es könnte irgendwann, vielleicht auch schon vor Jahren,
dort eingeleitet worden sein. Irene Wagner-Döbler: Ein entscheidender Schritt
von der Theorie in die Praxis. Im Labor der GBF in Braunschweig
werden dann diese Bakterien näher untersucht. Sie wachsen nun auf
einem porösen Trägermaterial - auf Bimsstein - und bilden dort
einen Biofilm. Die besten Bakterienstämme werden ausgesucht und vermehrt.
In Schüttelkolben bekommen sie alle Nährstoffe, die sie brauchen,
innerhalb von einem Tag wachsen Milliarden der kleinen Helfer heran. In der dritten Etappe werden
die ausgewählten Bakterienstämme in einer Pilotanlage für
den harten Einsatz im Freien getestet. Auch diese Anlage ist eine Weltneuheit
- ein Container von 4 Metern Länge, 2 Metern Höhe, voller Laborgefäße,
Rohre und Computer. Zuerst
werden die Bakterien in den Bioreaktor der Pilotanlage eingefüllt,
dann wird das Abwasser durchgeleitet. Die Mikroorganismen wandeln nun
das im Abwasser gelöste Quecksilber in metallisches Quecksilber um,
das recycled werden kann. Die Bakterien können schon über 90
% des Quecksilbers aus dem Abwasser entfernen, mit dem nachgeschalteten
Aktivkohlefilter erreicht man eine Rate von 99 %. Irene Wagner-Döbler: In Deutschland wird Quecksilber zur Herstellung von Chlorgas eingesetzt. Dabei gelangt ein kleiner Teil davon ins betriebliche Abwasser. Deshalb setzen Grossfirmen aufwendige und teure Ionenaustauschanlagen zur Quecksilberentsorgung ein. Mit dem mikrobiologischen Verfahren der GBF gibt es eine biologische Methode, die effizient und zudem bezahlbar ist.
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