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Archimède 23. November 1999
 

Intelligente Mode

An der Schwelle zum neuen Jahrtausend beeinflusst die Wissenschaft alle Lebensbereiche - sogar die Mode.

Am Massachusetts Institute of Technology werden sogenannte "intelligente Kleidungsstücke" entwickelt, die ihre Träger vollständig vernetzen und für alle möglichen Medien immer verfügbar machen sollen. Die Brille mit eingebautem Mini-Bildschirm und Internetanschluss ist bei den Studenten besonders beliebt.

Prof. Arthur Pentland, Massachusetts Institute of Technology:
"
Mit einer solchen Brille kann man sich nie mehr verlaufen. Denn sie hat ein eingebautes Navigationssystem, das einem ständig eine Landkarte oder einen dreidimensionalen Stadtplan zeigt. Als Tourist können sie sich die ganze Zeit damit orientieren. Aber das System sagt Ihnen auch, wo Ihre Frau oder die anderen Mitreisenden gerade sind. Sie müssen nicht mehr mühsam Pläne aufklappen und zusammenfalten."

Ein anderes Beispiel für intelligente Kleidung ist eine Brille mit einer winzigen eingebauten Kamera, die alle Menschen, die man trifft, wiedererkennt, sobald sie einmal registriert sind und einem dann deren Namen ins Ohr flüstert.
Man kann Elektronik aber auch dazu nutzen, viele biologische Werte zu messen - zum Beispiel mit einem Kleidungsstück, das die Herzschläge registriert und ständig auswertet. So können Krankheiten am Herzen schon früh erkannt werden.
Es können auch ständig winzige Blutproben genommen werden, um den Stoffwechsel zu kontrollieren - so kann man Probleme beheben, lange bevor man tatsächlich krank wird.

"Sehr bald schon wird intelligente Kleidung von vielen Menschen getragen werden - zuerst von Börsenmaklern und ähnlichen Berufsgruppen, die ständig viele Informationen gleichzeitig brauchen. Etwas später dann wird man solche Systeme immer öfter aus medizinischen Gründen einsetzen. Und dann werden wir uns irgendwann alle so kleiden - es wird etwas ganz Normales sein. Genauso wie Mobiltelefone auch zuerst selten waren - und jetzt hat praktisch jeder eins.
"

  © 1999 ARTE G.E.I.E