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Archimède 21. Dezember 1999
 

Auf dem Spielfeld (Teil 1)

Hinter den strengen Fassaden des Pariser Curie-Instituts bahnt sich eine Tragödie an.

Wie beim Haus Cappelletti und beim Haus Montaigu stehen sich zwei unrettbar verfeindete Clans in unversöhnlichem Hass gegenüber. Auf der einen Seite die Bande der Physikforscher, Schrecken aller Teilchen, auf der anderen die Sekte der Biologen, der Schlächter des Zellplasmas.

Vergiftung der Lösungen, Sabotage der Versuche, Erpressung bei Veröffentlichungen, Zerstörung experimenteller Beweise, falsche Anschuldigungen, Beleidigungen - alles war erlaubt.
Statt zur Mehrung des Ruhms der Wissenschaften beizutragen, verschwendeten sie ihre Energie auf Rachepläne, auf Verschwörungen zum Brudermord.
Um Kämpfe in den Gängen und Labors zu vermeiden, beschloss man, die Sache auf dem Rasen auszutragen: auf einem neutralen Gelände von 90 mal 45 Metern mit der Waffe des Gottesurteils, dem Fuáball.
Am schicksalhaften Tag bereiten sich die Truppen vor und legen ihren Kampfanzug an. Alle Blank- oder Feuerwaffen sind verboten. Die Körper und die Gemüter laufen sich warm, das Gemetzel steht bevor.
Jede Mannschaft stellt ihre blutrünstigsten Krieger vor: in Weiß die Todesengel der Physiker...a
uf der anderen Seite das sadistische Söldnerheer der Biologen.

Der Anstoß ist ausgeführt, und sofort sind die Physiker im Vorteil. Das Leder ist unter dem Druck von 2,38 Atmosphären bei einer Durchschnittstemperatur von 15,5 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 98 Prozent unterschiedlichen mechanischen Impulsen ausgesetzt, bestimmt durch die konvergierenden Reibungen des Kautschuks der Schuhe, des kieselhaltigen sandigen Bodensubstrats und der Umgebungsluft mit einem Druck von 978 Hektopascal.
Der Ball beschreibt zunächst eine hyperbolische Bahn nach der Funktion y=x/(x-1) dann eine parabolische nach der Gleichung y2=2px, vergleichbar dem Verlauf eines Lichtstrahls in einem zufälligen Indexmilieu, und landet schließlich vor den Füßen der Biologen, die jetzt die Führung übernehmen.
Aber was ist das? Das endoplasmatische Retikulum appelliert an die Mitochondrien, die ihre Aktivität verdoppeln, und es heißt Toooooooor!
Auf der Tribüne geben die Horden der entfesselten Fans lautstark ihren Beschimpfungen Ausdruck und nutzen die Abwesenheit der Ordnungskräfte, um sich wie die schlimmsten Rowdies aufzuführen.

Arnaud (Physiker):
Natürlich gehen wir auf sie zu, aber die Reaktionen zeigen sich nicht immer so, wie wir sie erwarten. Sagen wir, sie verhalten sich gewissermaßen physikalisch bei der Kontaktaufnahme, wir sind dagegen eher intellektuell.

Ahmed (Biologe):
Nein, wir sind das Gehirn, das Neuron sind wir.

Clément (Biologe):
Bei diesem Kampf steht Hirn gegen Muskel.

Als die erste Halbzeit zu Ende geht, führen die Biologen 6 zu 1.

Arnaud (Physiker):
Sie beschäftigen sich stundenlang mit Muskeltraining im Labor.

Fan:
Sie sitzen jeden Tag über ihren Experimenten im Labor, da ist es kein Wunder, das ist klar... Sieh dir diesen Brecher an... unglaublich! Ich bin sicher, wenn sie Urinproben abgeben müssten, wäre die Pisse grün!

Ist dies das Aus für die Physik am Curie?
Das erfahren wir in wenigen Minuten:
Teil 2

  © 1999 ARTE G.E.I.E