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Auf dem Spielfeld
(Teil 1)
Hinter den strengen Fassaden
des Pariser Curie-Instituts bahnt sich eine Tragödie an.
Wie beim Haus Cappelletti
und beim Haus Montaigu stehen sich zwei unrettbar verfeindete Clans
in unversöhnlichem Hass gegenüber. Auf der einen Seite die Bande
der Physikforscher, Schrecken aller Teilchen, auf der anderen die Sekte
der Biologen, der Schlächter des Zellplasmas.
Vergiftung der Lösungen, Sabotage der Versuche, Erpressung bei Veröffentlichungen,
Zerstörung experimenteller Beweise, falsche Anschuldigungen, Beleidigungen
- alles war erlaubt.
Statt zur Mehrung des Ruhms der Wissenschaften beizutragen, verschwendeten
sie ihre Energie auf Rachepläne, auf Verschwörungen zum Brudermord.
Um Kämpfe in den Gängen und Labors zu vermeiden, beschloss man,
die Sache auf dem Rasen auszutragen: auf einem neutralen Gelände
von 90 mal 45 Metern mit der Waffe des Gottesurteils, dem Fuáball.
Am schicksalhaften Tag bereiten sich die Truppen vor und legen ihren Kampfanzug
an. Alle Blank- oder Feuerwaffen sind verboten. Die Körper und die
Gemüter laufen sich warm, das Gemetzel steht bevor.
Jede Mannschaft stellt ihre blutrünstigsten Krieger vor: in Weiß
die Todesengel der Physiker...auf
der anderen Seite das sadistische Söldnerheer der Biologen.
Der Anstoß ist ausgeführt,
und sofort sind die Physiker im Vorteil. Das Leder ist unter dem Druck
von 2,38 Atmosphären bei einer Durchschnittstemperatur von 15,5 Grad
Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 98 Prozent unterschiedlichen mechanischen
Impulsen ausgesetzt, bestimmt durch die konvergierenden Reibungen des
Kautschuks der Schuhe, des kieselhaltigen sandigen Bodensubstrats und
der Umgebungsluft mit einem Druck von 978 Hektopascal.
Der Ball beschreibt zunächst eine hyperbolische Bahn nach der Funktion
y=x/(x-1) dann eine parabolische nach der Gleichung y2=2px, vergleichbar
dem Verlauf eines Lichtstrahls in einem zufälligen Indexmilieu, und
landet schließlich vor den Füßen der Biologen, die jetzt
die Führung übernehmen.
Aber was ist das? Das endoplasmatische Retikulum appelliert an die Mitochondrien,
die ihre Aktivität verdoppeln, und es heißt Toooooooor! Auf
der Tribüne geben die Horden der entfesselten Fans lautstark ihren
Beschimpfungen Ausdruck und nutzen die Abwesenheit der Ordnungskräfte,
um sich wie die schlimmsten Rowdies aufzuführen.
Arnaud (Physiker):
Natürlich gehen wir auf sie zu, aber die Reaktionen zeigen sich nicht
immer so, wie wir sie erwarten. Sagen wir, sie verhalten sich gewissermaßen
physikalisch bei der Kontaktaufnahme, wir sind dagegen eher intellektuell.
Ahmed (Biologe):
Nein, wir sind das Gehirn, das Neuron sind wir.
Clément (Biologe):
Bei diesem Kampf steht Hirn gegen Muskel.
Als die erste Halbzeit zu Ende
geht, führen die Biologen 6 zu 1.
Arnaud (Physiker):
Sie beschäftigen sich stundenlang mit Muskeltraining im Labor.
Fan:
Sie sitzen jeden Tag über ihren Experimenten im Labor, da ist es
kein Wunder, das ist klar... Sieh dir diesen Brecher an... unglaublich!
Ich bin sicher, wenn sie Urinproben abgeben müssten, wäre die
Pisse grün!
Ist dies das Aus für
die Physik am Curie?
Das erfahren wir in wenigen Minuten: Teil
2
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