| Zurück | Diese Woche | Archiv | Diskussionsforum |
![]() |
04. Januar 2000 |
|
![]() |
Porträt: André Langaney Der Genetiker André Langaney spricht über seine Feldforschungen bei Populationen im Osten Senegals. "Ich heiße André
Langaney und habe einen Großteil meines Lebens genetischen Studien
und Forschungen gewidmet.
Ich bin Professor im Pariser Muséum National d'Histoire Naturelle,
genauer gesagt im anthropologischen Labor des "Musée de l'Homme",
in dem wir uns heute befinden. Unsere
Forschungen befassen sich ganz allgemein mit der Genetik Ich hatte schon als Kind immer
davon geträumt, nach Afrika zu reisen. Als ich meine Stelle hier
antrat, bot man mir an - eine etwas ungewöhnliche Alternative - entweder
nach Grönland oder nach Afrika zu gehen. Ich hatte im Sekretariat
einige Fotos von afrikanischen Dörfern gesehen und sah all meine
Kindheitsträume in Erfüllung gehen. Ich wollte Dort halten wir Familienversammlungen
ab. Wir stellen eine Liste aller Anwesenden und Abwesenden aus jeder Familie
zusammen und versuchen, sie der Reihe nach aufzurufen. Das gestaltet sich
äußerst schwierig und gelingt uns nicht immer, weil einige
Familien zur Kooperation bereit sind, andere jedoch überhaupt nicht. Wir arbeiten seit dreißig
Jahren in diesen Dörfern im Osten des Senegal. Vor uns Biologen waren
verschiedene Ethnologen hier. Später führten wir demographische
Studien durch und kamen jedes Jahr wieder, um alle wichtigen Geschehnisse
im Dorf festzuhalten. Deshalb sind wir hier gut bekannt.Unsere
künftigen Projekte im Bereich der Grundlagenforschung und der Siedlungsgeschichte
sind folgende: Wir werden versuchen, das relative Alter und den Verwandtschaftsgrad
verschiedener Populationen zu ermitteln. Mittlerweile befassen wir uns
sehr viel stärker mit dem medizinischen Anwendungsbereich. Insbesondere
für die Erforschung von Erbkrankheiten ist es wichtig, Fälle
mit seltenen Erkrankungen zu lokalisieren. Die Verteilung dieser Krankheitsfälle
hängt mit der Siedlungsgeschichte zusammen. Um an das Material für
ihre Genlokalisation heranzukommen, benötigen Wissenschaftler, die
Myopathien Ein weiteres Anwendungsgebiet
eröffnet sich uns dadurch, dass man zahlreiche genetische Risikofaktoren
für die Entstehung von Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kennt,
die sich ganz unterschiedlich auf die Populationen verteilen. Man kennt
die Verteilungshäufigkeit solcher
|
| © 1999 ARTE G.E.I.E |