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Archimède

08. Februar 2000


 

Der Schmetterling

Dieser hier ist in Madagaskar zuhause. eine lebhaften Farben sind Lockruf und Warnsignal zugleich. Sie verändern sich mit dem wechselndem Licht und schillern in allen Farben des Regenbogens. Der Schmetterling verändert seine Nuancen im Verlauf des Tages, je nach Licht und Schatten. Wenn wir etwas näher herangehen, erkennen wir vielleicht die Ursachen für diese Besonderheit.

Wir sehen auf der gesamten Oberfläche des Flügels zwei übereinander liegende Schuppenschichten. Gewichtslos, luftig - kaum vorstellbar, dass sie für den Flug des Schmetterlings unverzichtbar sind.
Darunter sind beide Flügel mit schwarzen Schuppen bedeckt. Ihre Farbe ist auf ein Pigment - Melanin - zurückzuführen, das auch für die Bräunung unserer Haut und für unsere Haarfarbe verantwortlich ist. Die schwarze Schicht verstärkt den farblichen Kontrast, so dass die Regenbogenfarben der oberen Schuppenschicht durch den dunklen Untergrund zusätzlich hervorgehoben werden.

In den farbigen Schuppen sind jedoch keine Pigmente eingelagert. Eine spezielle Farbe besitzen sie nicht, oder besser gesagt, sie schillern in allen nur denkbaren Nuancen - je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel. Das Licht, das auf die Schuppen trifft, zerfällt in seine Bestandteile und wird reflektiert - in allen Farben des Regenbogens. Bei 2000facher Vergrößerung wird die Ursache des Farbenspiels sichtbar. Das weißliche Geflecht ist der zerbrochene Rand einer solchen Schuppe. Es ruht auf einem Häutchen, das nun darunter sichtbar wird - diese dünne Membran aus abwechselnd grauen und schwarzen Schichten. Die graue besteht aus Chitin - aus lang gestreckten Zuckerketten - und die schwarze ganz einfach aus mit Luft gefüllten Hohlräumen, die über Chitin-Brücken miteinander verbunden sind. Auf dieser Struktur beruhen Stabilität und Leichtigkeit der Schuppen, aber auch ihre schillernde Farbgebung. Die Lichtstrahlen, die auf dieses Gebilde treffen, werden von jeder einzelnen Schicht reflektiert; sie überlagern sich - wie auf einer Seifenblase. Dabei entstehen diese leuchtenden, für Schmetterlingsflügel so charakteristischen Regenbogenfarben.

  © 1999 ARTE G.E.I.E