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Archimède

22. Februar 2000


Links und Adressen zu den Themen der Sendung:

Es kann Kontakt aufgenommen werden mit den Wissenschaftlern über Michel Mayor, Universität Genf, Entdecker des ersten Exoplaneten:
http://obswww.unige.ch~
udry/planet/elodie.html

Geoffrey Marcy
http://cannon.sfsu.edu/
~gmarcy/

Paul Butler
http://astron.berkeley.
edu/~paul/

Keck Observatory
http://www2.keck.hawaii.
edu:3636/realpublic/gen_
info/gen_info.html

 




 

Planetenjäger

Lynette Cook, Grafikerin aus San Francisco, malt nach Angaben eines Wissenschaftlers einen Planeten aus einem fernen Sonnensystem, viele Lichtjahre von unserem entfernt.

Bis vor kurzem hatten Astronomen nur vermuten können, ob solche sogenannten Exo-Planeten um weit entfernte Sterne überhaupt existieren. Erst seit gut 4 Jahren hat man die ersten Beweise gefunden. Michel Mayor ist der Entdecker des ersten dieser „Exoplaneten", der den Stern „51 Pegasus" umkreist:

Michel Mayor
"
Es war keineswegs ein Zufall, dass wir diesen Planeten entdeckt haben: Wir hatten ein besonderes Instrument gebaut, um große Planeten und Braune Zwerge zu finden. Braune Zwerge, das sind degenerierte, kleine Sonnen. Speziell dafür hatten wir dieses Gerät konstruiert. Es war eine Überraschung, als wir dann einen Stern fanden, dessen Geschwindigkeit variierte, den Stern „51 Pegasus". Er verändert seine Geschwindigkeit in einer sehr kurzen Periode. Das hatten wir nicht erwartet."

Heute sind mehr als 20 Planeten um entfernte Sonnen bekannt. Weitaus die meisten von ihnen wurden in 4300 Metern Höhe auf einem erloschenen Vulkan auf Hawaii entdeckt: dort steht das leistungsstärkste Teleskop der Erde, das Keck Observatorium mit seinen zwei 10 Meter großen Riesen-Spiegeln. Hier arbeitet das Team von Geoffrey Marcy und Paul Butler.

Geoffrey Marcy, Berkeley University
(vor dem Stern HD 187 123):

"Im Moment können wir nur Planeten entdecken, die so groß sind wie Jupiter oder Saturn. Dazu beobachten wir einen Stern und schauen, ob dieser Stern in seinem Lauf zittert. Wenn er zittert, ist das ein Beweis, dass ein Planet durch seine Schwerkraft an dem Stern „zieht". Dazu benutzen wir den „Doppler-Effekt". Damit können wir auf Jupiter- oder Saturn-große Planten schließen, und auch auf etwas kleinere."

Mehr als 1000 „verdächtige" Sterne sind momentan unter Beobachtung. Jeden zweiten Monat finden die Astronomen einen neuen Planten. Um den Stern „Y Andromeda" entdeckten Marcy und Butler bereits ein Sonnensystem mit drei Planeten. Sind wir damit bereits dem außerirdischen Leben auf der Spur?

Paul Butler
"Diese eigenartigen Planeten sind so groß wie Jupiter und sehr nah an ihrem Stern. Ein solches Sonnensystem hat keinen Planeten wie die Erde. Eine Erde würde durch die Anziehungskräfte aus dem System heraus geschleudert. Wir würden gern die großen Planeten auf außen gelegenen Bahnen finden. Das würde stabile Bahnen im Inneren des System ergeben, wo Planeten mit Wasser existieren können und wo sich Leben entwickeln könnte."

Statt durch ein Fernrohr schauen die Planetenjäger auf Computerbilder. Kleine Punkte bezeichnen die in einer Langzeitbelichtung eingesammelte Photonen, abgestrahlt von fernen Sternen. Nur ihre oft winzigen Abweichungen von mathematisch berechneten Bahnen lassen auf die Exo-Planeten schließen. Heute können selbst die besten Teleskope der Welt einen Planeten nur indirekt, über den Trick mit dem „Zittern" ausmachen. Erst wenn man mit zukünftigen Techniken, wie der Interferometrie, die Planeten sichtbar machen kann, wäre es möglich, auch dort nach Leben zu suchen:

Paul Butler
"Mit der Interferometrie werden wir die Planeten wirklich sehen können. Das wird aber kein tolles Bild werden, so wie etwa eine Satellitenaufnahme von der Erde. In 30 oder 40 Jahren werden wir so einen Planten als einen winzigen Punkt, ein oder zwei Pixel groß, sehen können. Noch weiter zu spekulieren hat wenig Sinn. Aber wir werden die Planeten wahrscheinlich noch zu unseren Lebzeiten sehen können, vielleicht in hohem Alter. Kein aufregendes Bild, wie gesagt, aber ein Bild, und das ist wichtig: Denn in dem Bild stecken die Möglichkeiten, das Leben auf dem Planeten zu entdecken. Mit dem Bild können wir eine Analyse des Spektrums des Planeten machen. Auf einer Spektralanalyse der Erde kann man jede Menge außergewöhnliche Dinge entdecken: Zum Beispiel freien Sauerstoff, der sehr stark reagiert und anzeigt, dass da etwas völlig aus dem chemischen Gleichgewicht ist: Das sind wir! Denn Leben verursacht freien Sauerstoff. Es gibt noch andere Zeichen des Lebens, die man aus einer Spektrum gewinnen kann: Man kann Methan sehen, und auch Wasserstoff hat ein aussagekräftiges Spektrum. Wenn man nun Sauerstoff, Wasserdampf, Methan und auch Kohlendioxyd sieht, dann sind das sehr, sehr wichtige Beweise, dass es Leben gibt. Dieses kleine punktförmige Bild, das wir in 30 oder 40 Jahren sehen können ist ein ganz wichtiger Schritt, um Leben auf fernen Planeten zu entdecken.

Bis die Grafikerin Lynette Cook arbeitslos wird, ist es also noch ein wenig hin. Aber ein kleines bisschen sind wir den Lebensräumen von ET schon auf der Spur.

  © 1999 ARTE G.E.I.E