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Archimède

07. März 2000



 

Fisch

Ein exotischer Fisch. Mit seinem vorstehenden Maul ist er in der Lage, die Korallen der tropischen Lagunen abzuweiden. Seine wissenschaftliche Bezeichnung lautet Ostracion meleagris, doch besser bekannt ist er unter dem Namen Kofferfisch. Der "Koffer" besteht aus zahlreichen ineinander verschachtelten Schuppen entlang seines Körpers, die einen echten Knochenpanzer bilden. Durch seine auffällige Farbe macht der Fisch auf sich aufmerksam, steckt sein Territorium ab und lockt seine weiblichen Artgenossen an.

Doch woraus besteht dieser Panzer?
Anders als bei anderen Fischen, deren Schuppen ähnlich wie Dachschindeln übereinander angeordnet sind, liegen sie beim Kofferfisch nebeneinander. Die Struktur unter dem Panzer besteht aus einer gleichmäßigen Anordnung kleiner Bögen in Pyramidenform, wobei wellenartigen Gebilde entstehen.

Diese scheinbar geordnete und anpassungsfähige Struktur ist ganz charakteristisch für einige Materialien, die man - bevor sie sich endgültig verfestigen - als Mittelding zwischen einer Flüssigkeit und einem Kristall bezeichnen könnte. Die kleinen Bögen bestehen in erster Linie aus Kollagen , einem widerstandsfähigen und elastischen Protein, das in der Tierwelt sehr häufig anzutreffen ist. Beim Menschen findet sich Kollagen in den Knochen, der Haut und den Sehnen. Bei noch stärkerer - etwa 2000facher - Vergrößerung ist zu erkennen, dass sich die gleiche Struktur noch einmal wiederholt - in einem verkleinerten Maßstab. So entsteht ein gleichmäßiges Netz aus Kollagen-Molekülen.

Wenn wir noch näher herangehen, erscheinen auf der Innenwand einer dieser kleinen Bögen viele parallel verlaufende Ketten, eingebunden in einem festen, engmaschigen Netz. Das sind die Fasern des Kollagens. In jeder dieser Fasern kann man Querrillen erkennen - das Ergebnis von Tausenden, völlig gleichmäßig angeordneten Molekülen, aus denen sich eine solche Faser zusammensetzt. Unser Mikroskop hat nun die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht, mehr zu sehen gibt es im Augenblick nicht.

  © 1999 ARTE G.E.I.E