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Wasser aus der
Luft
Nahezu ein Drittel der Landflächen
der Erde sind Wüsten- und Dürregebiete. In diesen Regionen ist Wasser
ein seltenes und kostbares Gut.
Heute ist die Wasserversorgung
von mehr als 850 Millionen Menschen nicht mehr ausreichend gesichert.
Und das, obwohl auch in Wüsten- und Dürregebieten ausreichend Wasser vorhanden
ist. Vor allem in der Umgebungsluft. Schon vor siebzig Jahren entdeckten
Wissenschaftler, dass die Luftfeuchtigkeit auch in trinkbares Wasser umgewandelt
werden kann. Doch der Durchbruch gelang erst vor wenigen Wochen an der
Uni Bremen. Die Forscher entwickelten Speichermaterialien, sogenannte
Adsorbentien, die die Luftfeuchtigkeit an sich binden. Ganz gleich ob
in kalten oder heißen Regionen.
Prof. Dr. Norbert Räbiger,
Universität Bremen:
„Im Kernstück unserer Anlage befindet sich ein sogenanntes Adsorbentmaterial,
das sind Feststoffpartikel, die eine innere Oberfläche haben. Diese Partikel
müssen in der Lage sein, Wasser aus der Luft in dem Körper zu binden.
An der einen Seite geht Luft rein, oben kommt sie raus. Dazwischen wird
Wasser entzogen.
Auf der rechten Seite sehen Sie Einrichtungen, die die Versuchsbedingungen
herstellen, in diesem Fall die Bedingungen der Sahelzone. Hierzu wird
ein Luftvolumenstrom komplett mit Wasser gesättigt, einem anderen Luftvolumenstrom
wird Wasser entzogen. Und diese beiden Komponenten werden nach unseren
Bedingungen gemischt. Nach Temperatur und nach Feuchtigkeit, die zum Beispiel
in einer Wüste vorliegt. In Jordanien haben wir 40 Grad, in der Sahelzone
nachts 8 Grad. Ich stell dann hier sozusagen nur um auf die Versuchsbedingungen,
kann dann die internen Bedingungen einstellen. Wir können hier alles genau
nachstellen.
Ein Kubikmeter Speichermaterial
entzieht innerhalb einer Nacht der Umgebungsluft 1.000 Liter Wasser. Vergrößert
man das Volumen auf 5 oder 10 Kubikmeter, können pro Nacht 5.000 oder
10.000 Liter Wasser gewonnen werden. Doch sind dieser Technologie nicht
natürliche Grenzen gesetzt? Enthält die trockene Wüstenluft wirklich so
viel Flüssigkeit?
Dr. Götschmann,
Leiter Deutscher Wetterdienst Potsdam:
„Dabei spielt der Wasserdampf eine ganz entscheidende Rolle, der durchaus
größeren Schwankungen unterliegt. Und der Wasserdampfgehalt der Luft ist
sehr abhängig von der Lufttemperatur. Im Bereich des südlichen Sommers
von Johannesburg haben wir zum Beispiel eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit
von 100 Prozent. Wenn wir uns dagegen die absolute Luftfeuchtigkeit dort
ansehen, dann sind das 15 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luft. Im Bereich
Nordafrika und der Wüstengebiete haben wir dagegen eine geringe absolute
Luftfeuchte von 2 teilweise 7 Gramm pro Kubikmeter. Gehe ich wieder auf
die relative Feuchte, dann sehe ich, dass die Werte durchaus höher sind.
Teilweise 11 aber bis zu 50 Prozent."
Ein nahezu unerschöpfliches
Reservoir zur Trinkwasser-gewinnung. Damit die Anlage auch von der ländlichen
Bevölkerung angenommen wird, ist das Design - je nach kultureller Anforderung
- wandlungsfähig. Doch nur der geringste Teil des Wassers wird tatsächlich
zum Trinken verbraucht. Aus diesem Grund entwickelten die Bremer Forscher
gleich eine komplette Wasserkreislauftechnologie.
Prof. Dr. Norbert Räbiger,
Universität Bremen:
„Das haben wir dann dahingehend gemacht, dass wir das Abwasser, was entsteht,
in einem normalen 3-Kammer-System, was jedes Haus hat, einleiten. Dort
setzen wir einen kleinen sehr preiswerten Apparat ein, der in dem 3-Kammer-System
schwimmt und die Abwassereinigung durchführt. Anschließend läuft
das Wasser dann weiter in eine Pflanzenkläranlage, in diesen ariden Gebieten
ganz phantastisch geeignet, weil ich auch noch Grünmaterial erzeuge, was
ich wieder zur Humifizierung einsetzen kann. Das heißt, ich führe das
in Wasser gebundene Nährstoffmaterial in Pflanzenwachstum über, was
wiederum kompostiert in den Boden eingebracht wird, um zum Beispiel einen
solchen Bereich wieder im Kreislauf zu schließen."
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