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Archimède

04. April 2000



 

Buchtipp: Geschichte des Lebens

  • Histoire des sciences de la vie [Geschichte der Wissenschaft und des Lebens] von Pascal Duris und Gabriel Gohau. Verlag Nathan.

Pierre Tambourin
Ich möchte Ihnen heute gerne ein Buch vorstellen mit dem Titel Histoire des sciences de la vie [Geschichte der Wissenschaft und des Lebens] von Pascal Duris und Gabriel Gohau. Dieses Werk hat mich aus zwei Gründen ganz besonders interessiert. Zum einen ist es von echten Profis geschrieben, von Wissenschaftshistorikern; zum anderen wird hier die Geschichte des Lebens nicht vom chronologischen Gesichtspunkt aus vorgestellt, sondern die Autoren interessieren sich in erster Linie für die Entstehung der großen Konzepte, der entscheidenden Ideen und überragenden Forschungsergebnisse im Bereich der Biologie.
Hier findet man Beiträge zur Genetik, aber natürlich auch Dinge wie die Geschichte der Entdeckung des Blutkreislaufs. Außerdem werden auf außerordentlich interessante Art und Weise die oftmals konfliktgeladenen Beziehungen zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Theorien aufgezeigt.

Aber nicht nur das: Man kümmert sich auch um die Widersprüche zwischen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen. So wird beispielsweise die Diskussion um die Spermien aufgegriffen, bei der es seinerzeit einfach darum ging, ob der Mensch aus unterschiedlichen Zellen hervorgeht, die sich nach und nach zu einem Embryo, dann zu einem Fötus und schließlich zu einem organisierten menschlichen Wesen entwickeln, oder ob die Spermien in ihrem Innern schon ein winziges Wesen in sich tragen, das nur noch wachsen muss, um zu einem organisierten menschlichen Wesen heranzureifen. Dies ist also ein ganz ausgezeichnetes Werk mit außerordentlich zahlreichen Verweisen und einer unglaublichen Liebe zum Detail. Ich bin davon überzeugt, dass all jene, die gerne mehr erfahren möchten über die Entstehung der großen Ideen und der ganz wichtigen Entdeckungen, viel Freude an diesem Buch haben werden. Man sollte es ganz ausführlich lesen - die Mühe lohnt sich.

  © 1999 ARTE G.E.I.E