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Archimède

26. Juni 2001


Links zu den Themen der Sendung:

Adresse des Instituts für Pflanzenmedizin in Neustadt an der Weinstraße

Was ist Kork? Anbau, Ernte und Sortierung

 

Nie wieder Kork im Wein
Autor: Martin Ehrmann

Ob edler Tropfen oder vin de pays - die meisten Weine dieser Welt haben eines gemeinsam: den Korken. 85% der weltweit verkauften Flaschenverschlüsse aus Kork werden in kleinen und mittleren portugiesischen Unternehmen hergestellt.

Kork, d.h. die Rinde der Korkeiche, ist ein ideales Material für die Aufbewahrung von Wein. Der einzige Nachteil: in 5% der Fälle geht der Korkgeschmack auf den Wein über und das bedeutet für die europäische Weinbranche einen Verlust von fast 500 Millionen Euro. Einige Winzer verwenden deshalb mittlerweile Flaschenverschlüsse aus Kunststoff.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Pflanzenmedizin in Neustadt an der Weinstraße wurde eine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt, deren Ziel es war, die Faktoren für die Verunreinigung des Weins mit Korkgeschmack zu analysieren.

Dr. Jens Jäger, Deutsche Forschungsanstalt für Weinbau:
"Der Schlüsselfaktor für die Fehltonbildung ist das Zusammenspiel von Mikroorganismen, die ihre Stoffwechselprodukte in den Korken abgeben, die dieser dann später an den Wein abgibt, und chemischer Verbindungen, die von diesen Mirkoorganismen umgesetzt werden können."

Wenn sich die herkömmlichen Methoden zur Sterilisierung des Korks als wenig wirksam erweisen, dann liegt das paradoxerweise an seinen eigentlichen Qualitäten. Denn als ausgezeichneter Isolator ist der Kork unempfindlich gegen die Hitze der traditionellen Öfen. Und weil er wasserundurchlässig ist, nimmt er Reinigungsmittel schlecht auf. Mit einem neuentwickelten Verfahren lässt sich der Kork viel wirksamer behandeln.

Dr. Jens Jäger, Deutsche Forschungsanstalt für Weinbau:
"Wir haben relativ früh im Projekt überlegt, wie wir diese Haupteigenschaften, diese enorme Wärmeisolationsfähigkeit von Kork, umgehen können und sind sehr früh darauf gekommen, Mikrowellen einzusetzen. Die Mikrowelle ist vollkommen unabhängig von der thermischen Isolationsfähigkeit von Kork. Die Mirkowelle ist eine elektromagnetische Welle. Sie durchstrahlt den Kork wie Sonnenlicht eine Fensterscheibe. Erst dann, wenn die Mikrowelle mit Wasser in Kontakt kommt entsteht Wärme."

Die Erwärmung, die durch den "Delfin" getauften Mikrowellenofen im Kork selbst erzeugt wird, beseitigt jegliche Spur von Mikroorganismen. Eine weitere chemische Behandlung ist nicht erforderlich - aus ökologischer Sicht ist das ein großer Vorteil. Dieses neue Verfahren zur Behandlung von Kork hat die Winzer weltweit überzeugt. Manuel Santiago von dem portugiesischen Unternehmen Juvenal A.G. kann bestätigen dass in seinem Betrieb, der 1% Ausschuss an schlechten Korken hatte, mit dem Mirkowellenofen diese Rate auf 0,3 bis 0,4% zurückging.

  © 1999 ARTE G.E.I.E