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Links zu den Themen
der Sendung:
Deutsches Krebsforschungszentrum
in Heidelberg
Definitionen
von Papillomaviren, Tumorviren, Apoptose etc.
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Kampf
den Krebsviren
Autor: Gero von Boehm
Wissenschaftler
des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg haben als erste herausgefunden,
welch entscheidende Rolle zum Beispiel Erreger aus dem Reich der Viren
für die Krebsauslösung spielen. Welche Viren können zu
Krebs führen? Wie kann man sie wirksam bekämpfen ?
Prof. Harald zur
Hausen, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg:
"Wir gehen davon aus, dass etwa 15% aller weltweit auftretenden Krebserkrankungen
etwas mit Infektionen zu tun haben, wobei es nicht nur virale Erkrankungen
sind, auch Krebserkrankungen, die durch Bakterien, also Helicobacter pylori
beim Magenkrebs z.B. und durch Parasiten, durch Wurmerkrankungen hervorgerufen
werden."
Viele dieser Krebserkrankungen
könnten vermieden werden, wenn es eine möglichst lückenlose
Früherkennung gäbe. In den Labors der Firma MTM, die mit dem
Krebsforschungszentrum und dem Uniklinikum Heidelberg zusammen gegründet
wurde, soll ein besonders genauer Test zur Früherkennung von Krebs
an der Gebärmutter anwendungsreif gemacht werden.
Magnus von Knebel-Doeberitz,
Leiter Abt. molekulare Biologie, DKFZ und Uni Heidelberg:
"Die Grundidee ist, sehr spezifisch und sehr genau entstehende Krebsveränderungen
an der Gebärmutter nachweisen zu können. Das ist deswegen so
wichtig, weil wir heute Verfahren haben, mit denen wir zwar Zellveränderungen
anhand der Gestalt der Zellen nachweisen können, aber noch nicht
100% genau sagen können, wo ein Krebs im Entstehen ist. Mit dem neuen
Verfahren können wir bei der Einzelzelle punktgenau sagen, dass dort
Gene aktiv sind, die die Zellen in Richtung Krebs drängen. Auf diese
Art und Weise erreichen wir ein noch nicht dagewesenes Maß an Spezifität
und Genauigkeit im Nachweis von Krebsvorstufen."
Immer schnellere Diagnoseroboter
machen es möglich, innerhalb von Stunden hunderte solcher Proben
auf Krebszellen zu untersuchen. So werden die Tests auch immer kostengünstiger.
Magnus von Knebel-Doeberitz,
Leiter Abt. molekulare Biologie, DKFZ und Uni Heidelberg:
"In der Zukunft kann man sich natürlich ausmalen, dass man mit
diesem Prinzip eben auch ganz einfache biochemische Verfahren entwickeln
kann, die vor allem in Ländern der Dritten Welt zum Einsatz kommen
können, die nicht über die Ressourcen verfügen, Personal
auszubilden. Das ist eigentlich für uns das wesentliche und entscheidende
Ziel, weil diese Form des Krebses gerade in den Entwicklungsländern
bei jüngeren Frauen besonders häufig ist. Hier ist die Krebsvorsorge
mit einfachen Tests von ganz besonderer Bedeutung."
Der nächste folgerichtige
Schritt in einer Strategie gegen Krebs, der durch Viren ausgelöst
wird, wäre eine Impfung gegen die Erreger. Und genau in diese Richtung
forscht man im Krebsforschungszentrum Heidelberg. Eine Impfung gegen Papillomviren
beispielsweise, die Gebärmutterhals-Krebs auslösen, wäre
eine bahnbrechende Entwicklung. Die Experimente laufen schon.
Papillomviren lösen
keineswegs immer Krebs aus, sondern sind vor allem Ursache für die
Entstehung von Warzen, von denen die meisten harmlos sind und gutartig
bleiben. Dennoch sind einige der inzwischen über 60 verschiedenen
Papillomviren, die allein im Krebsforschungszentrum gefunden wurden, für
die Krebsforscher interessant. Man nimmt an, dass sie auch an der Entstehung
anderer Haut- und Schleimhauttumoren beteiligt sind. Auf dem Weg zu einer
Impfung treffen die Forscher immer wieder auf Hindernisse. Sie gehen aber
davon aus, dass man spätestens in zehn Jahren überall auf der
Welt Frauen gegen Krebs der Gebärmutter impfen wird. Das hätte
enorme Auswirkungen.
Prof. Harald zur
Hausen, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg:
"Wir haben zur Zeit die Situation, dass etwa 600 Frauen pro Tag an
Gebärmutterhals weltweit sterben. Das bedeutet jährlich über
200 000 Frauen. Theoretisch ist es denkbar, dass durch eine Impfung diese
Zahl drastisch vermindert würde. Wir haben einmal kalkuliert, wenn
man die Papillomvirusimpfungen - jetzt auch bezogen auf die anderen Krebserkrankungen,
die durch diese Viren verursacht werden - und die Impfung gegen Hepatitis
B-bedingten Leberkrebs in Rechnung stellt, dass dann etwa 15% der Krebserkrankungen
bei Frauen vermieden werden könnten. Das würde in Zahlen ausgedrückt
bedeuten, dass weltweit etwas mehr als 1 Mio. Patienten vor solchen Krebserkrankungen
geschützt würden."
Was aber, wenn dieser Schutz zu spät kommt? Je mehr man über
die Mechanismen der Krebsentstehung durch Erreger weiß, desto zielgenauer
kann auch die Behandlung werden. Dabei ist es besonders wichtig, nur die
Krebszellen zu treffen und nicht gesundes Gewebe, wie das bei den herkömmlichen
Methoden teilweise noch immer geschieht.
Deshalb wollen die Forscher des Krebsforschungszentrums die immer besseren
Kenntnisse über die tödliche Strategie der Krebsviren nutzen,
um sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.
O-Ton Prof. Felix
Hoppe-Seyler, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg:
"Ich bin von Haus aus Mediziner und mich hat es in die Tumorvirologie
getrieben aufgrund der Tatsache, dass Tumorviren für mindestens 15%
aller Krebsfälle beim Menschen verantwortlich sind. Die Tumorviren
verfolgen dabei eine interessante Strategie. Sie führen dazu, dass
Zellen unsterblich werden, indem sie bestimmte Eiweiße synthetisieren.
Dies führt dazu, dass diese Tumorzellen unendlich wachsen, nicht
mehr sterben und das ist natürlich ein typisches Zeichen von Karzinomen,
von Krebszellen. Unsere Strategie dabei war es, zu versuchen in diesen
Mechanismus einzugreifen, diese Proteine zu blockieren, die für die
Unsterblichkeit verantwortlich sind."
Und damit werden die
entarteten Zellen dann sozusagen in den Selbstmord getrieben.
So wird eines Tages eine treffsichere Behandlung verschiedener Krebsarten
möglich sein. Auch für Leberkrebs und bestimmte Formen der Leukämie
wäre die Apoptose, das Selbstmordprogramm, das der Zelle eingesetzt
wird, denkbar. Ausgelöst wird die Apoptose durch winzige Eiweißpartikel.
Prof. Felix Hoppe-Seyler,
Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
"Diese Mini-Proteine, diese sog. Peptid-Aptamere, die an das E6-Protein
der Papillomviren binden sind in der Tat in der Lage, den Zelltod in Papillomvirus-positiven
Tumorzellen auszulösen."
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