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Archimède

26. Juni 2001


Links zu den Themen der Sendung:

Mehr zu Methoden der Biophotonik, ihren Anwendungsmöglichkeiten,
und die in der Sendung beschriebenen Biophotonen-Analyse von Tomaten

Fritz-Albert Popp und die Biophotonen
Autor: Udo Vieth

Der Besuch auf einem Markt ist ein Fest, nicht nur fürs Auge. All unsere Sinne werden angeregt und in Anspruch genommen, wenn wir die Waren prüfen. Früher sagten uns diese Sinne verläßlich, ob ein Lebensmittel frisch und bekömmlich ist. Doch heute können Lebensmittel für uns nicht erkennbar mit Schadstoffen belastet, gentechnisch verändert oder auch radioaktiv bestrahlt sein.

Die Verunsicherung der Verbraucher ist groß. Haben die äusserlich so überzeugenden Waren auch eine innere Qualität? Was bedeutet heute "Lebensmittelqualität"?

Fritz-Albert Popp, Biophysiker:
"Der Begriff Lebensmittelqualität ist heute gar nicht definiert. Jeder versteht etwas anderes darunter. Und meist versteht man darunter, was die Kassen am meisten füllt."

In Neuss, im Institut für Biophotonenforschung des Biophysikers Fritz-Albert Popp ist man einen in der Wissenschaft neuen Weg gegangen, die Qualität eines Lebensmittels zu ermitteln. Man mißt das Licht in den Lebensmitteln. Dass Licht in lebendigen Zellen existiert, wurde 1975 von deutschen Biophysikern unter der Leitung von Popp entdeckt und bewiesen. Er prägte auch den Begriff Biophotonen für dieses geheimnisvolle Licht.

Mit einem Restlichtverstärker kann man diese Lichtabstrahlung - zum Beispiel einer Wirsingkohlpflanze - zeigen. Dieses Gerät kann eine Kerze noch in 20 Kilometer Entfernung wahrnehmen. Auch die bereits geerntete Pflanze hat Licht gespeichert und gibt es langsam ab. Für Fritz-Albert Popp ist dieses Licht ein Maß für die innere Ordnung und Vitalität des Lebensmittels. Und diese Vitalität wird bei der Nahrungsaufnahme an den Verbraucher weitergegeben.

Fritz-Albert Popp, Biophysiker:
"Die übliche Qualitätsanalytik geht davon aus, daß sie sagt: was gut wächst, ist gut; was schnell wächst, ist gut; was bestimmte Inhaltsstoffe hat, ist gut oder schlecht. Wir gehen eben auf diesen Ordnungszustand ein, der sehr grundsätzlich ist. Der von dem Nobelpreisträger Erwin Schrödinger vor fast 50 Jahren schon ins Spiel gebracht wurde. Der hat gesagt die Qualität eines Lebensmittels ist umso besser, je mehr Ordnung dieses Lebensmittel in den Verbraucher rüberbringen kann. Und das muss man messen".

In diesem Archimedes-Beitrag demonstriert das Team von Fritz-Albert Popp am Beispiel von zwei verschiedenen Tomatensorten die Meßbarkeit der inneren Vitalität von Lebensmitteln. Die ersten drei Behälter werden mit den pürierten Proben einer Tomate aus kontrolliert biologischem Anbau gefüllt, die drei restlichen Behälter enthalten Proben einer Tomate aus konventionellem Anbau.

In dem hoch empfindlichen Lichtmess-Gerät werden nun die einzelnen Lichtteilchen, die von den Proben ausgesandt werden, verstärkt und gemessen. Die unterschiedlichen Intensitäten des Lichtes erlauben Rückschlüsse auf die Qualität eines Lebensmittels. Die Daten der Computergrafik zeigen bei den drei Proben der Bio-Tomate eine deutlich höhere Lichtaktivität und damit einen eindeutig vitaleren Gesamtzustand.

Fritz-Albert Popp, Biophysiker:
"Man kann auch aus diesen Lichtmessungen ermitteln, durch welche Handhabungen, durch welche Aktionen die Qualität der Tomate verbessert oder verschlechtert worden ist. Ich kann also erkennen, ob es an der Frische liegt oder ich kann erkennen, ob es an der Anbauweise liegt oder daran, daß Schadstoffe hinzugegeben worden sind oder ob das System nicht lange genug im Lichtfeld war und so weiter. Das alles kann ich nach Kennenlernen der entsprechenden Abhängigkeiten vom Lichtfeld sehr genau bestimmen."

So unterscheiden sich die Lichtwerte von Bier mit und ohne Bakterien erheblich voneinander. Radioaktiv bestrahlte Lebensmittel haben andere Lichtwerte als unbestrahlte und Tiefkühlkost strahlt schwächer und unregelmäßiger als frische Nahrungsmittel. Auf Fritz Popps Analysemethoden aufbauend werden zur Zeit von der Nahrungsmittelindustrie vielfältige Einsatzmöglichkeiten vorbereitet. In Zusammenarbeit mit einer großen deutschen Brauerei entwickelte er beispielsweise eine Art "Frühwarnsystem" für die bakterielle Belastung im Bier. Je stärker die Bierprobe mit Bakterien belastet ist, umso schneller wird ihre Lichtintensität nach einer gewissene Zeit abnehmen.

Lange Zeit sah man in Fritz-Albert Popp, der seine Karriere als Professor an der Universität Kaiserslautern begann, einen wissenschaftlichen Außenseiter. Zu sehr stand und steht seine Denkweise im Widerspruch zur traditionellen Naturwissenschaft.

Fritz-Albert Popp, Biophysiker:
"Der Saint-Churchy hat mal gesagt, ich fand das sehr gut, 'man gebe einem Chemiker einen Dynamo und er würde ihn in Salzsäure auflösen. Er weiß dann zwar am Schluß aus welchem Metall der Dynamo bestand, aber er versteht den Dynamo nicht mehr'. Und so ist es in den Lebensmittelwissenschaften oder in den Lebenswissenschaften gelaufen. Mußte auch so laufen. Man ist in immer kleinere Details gegangen, hat auch Erfolge gehabt, hat aber den umgekehrten Weg vergessen und empfindet jeden als Störenfried, der daraufhin weist, dass man den umgekehrten Weg gehen müßte um die Information nicht zu verlieren. So ist die Situation. Und wenn Sie in einer Schar von Lemmingen in die entgegengesetzte Richtung laufen, dann kann es eben passieren, daß sie aufgefressen werden."

Mittlerweile arbeiten allerdings zahlreiche, renommierte wissenschaftliche Einrichtungen in aller Welt mit Fritz-Albert Popp zusammen. Immer mehr von ihnen teilen auch seine revolutionäre Auffassung, dass die Biophotonen die innere Ordnung einer Zelle nicht nur anzeigen, sondern diese innere Organisation entscheidend prägen.

Fritz-Albert Popp:
"Und hier ist das Lichtfeld von enormer fundamentaler Bedeutung. Das Lichtfeld ist der eigentliche Steuerorganismus für das molekulare Feld. Die Moleküle sind dumm, die machen nur, was ihnen letztlich von diesem Lichtfeld diktiert wird."

Licht ist für den Menschen von fundamentaler Bedeutung. Es liefert ihm Wärme, Energie und Nahrung. Wir benutzen es zur Informationsübertragung und es dient uns als vielfältiges Werkzeug. Vieles spricht auch dafür, daß das tief in allen lebenden Organismen gespeicherte Licht eine grundlegende Bedeutung für die Regelung aller Lebensvorgänge hat. Fritz-Albert Popp glaubt, daß die Biophotonen das Zusammenwirken der Hormone, Enzyme und vieler anderer Substanzen in einer Zelle steuern. Dies wäre der Schlüssel zur Klärung zahlreicher Körpervorgänge und noch immer rätselhaften Phänomenen wie Homöopathie oder Akupunktur.

  © 1999 ARTE G.E.I.E