Metropolis
vom 20.01.2001 um 21.45 Uhr
Wiederholung am 21. Januar
2001 um 00.10 Uhr
Kulturmagazin, WDR, Deutschland 2000
Milan
Sládeks "Theater ARÉNA" in Bratislava
Er ist einer der berühmtesten Pantomimen der Welt, er ist Schauspieler,
Theaterleiter und Erfinder in einer Person: Milan Sládek, der im Slowakischen
Bratislava eine hundert Jahre alte Bühne vor dem Verfall gerettet hat
und dafür nun dessen Intendant ist: Das Theater ARÉNA - ein historisches
Schmuckstück ganz besonderer Art, eine traditionsreiche Bühne, an der
Max Reinhardt seine Karriere begann, als er in den letzten vier Jahren
des 19. Jahrhunderts dort seine ersten Theatererfahrungen sammelte.
Ende Januar 2001 hat das Haus mit Brechts "Dreigroschenoper" nun seine
nächste Premiere. Metropolis-Autor Michael Kluth hat die Proben besucht,
er erzählt die Geschichte dieses großartigen Theaters und zeigt Ausschnitte
aus Milan Sládeks neuesten Arbeiten: Eine Solo-Pantomime, mit der er
jüngst sogar in China Gastspiele gab, außerdem "Figaros Hochzeit" und
"Apocalyptica", ein Stück "für Pantomime", das die aktuelle Situation
auf dem Balkan zum Thema macht.
Theater
Arena
Viedenská cesta 10
851 01 Bratislava, Slowakische Republik
Tel: +421 762246875
Fax: +421 762246864
e-mail: milan.sladek@ba.sknet.sk
internet: http://www.milan-sladek.sk
Typisch
deutsch: Schloß Elmau
Metropolis berichtet über eine deutsche Geisteshaltung: Schloß Elmau,
in der Nähe von Garmisch gelegen, ist in den letzten Jahren zu einer
(Weihe-) Stätte der geistigen Auseinandersetzung geworden. Peter Sloterdijk
gab hier sein Votum für den "Menschenpark" und hauchte so einer deutschen
Philosophietradition, die von der französischen Postmoderne arg in den
Hintergrund gedrängt worden war, neues Leben ein. "Wir bleiben in der
Provinz", klärte uns einst Martin Heidegger über die Notwendigkeit einer
Liaison zwischen Feld- und Denkwegen auf. Philosophiert man vor Bergen
und unter Tannen leichter? Und deutscher? In den ersten Januartagen
2001 findet nun in diesem urdeutschen Ambiente ein weiteres philosophisches
Forum statt, wo es um die Frage "Gibt es eine deutsche Freiheit?" gehen
wird. Der Betreiber von Schloß Elmau, Dietmar Müller, Sohn eines den
Nazis nicht ganz abgeneigten Lebensphilosophen, hatte vor Jahren sein
Software-Unternehmen verkauft und mit dem Gewinn dies Domizil des Geistes
zurück erworben und restauriert: Geschichten und Anlässe genug, um einem
größeren Publikum die neueste geistige Situation hierzulande nahezubringen.
Ein Film von Werner Köhne.
Schloss
Elmau
D- 82493 Elmau / Oberbayern
Tel: +49 / (0)8823 / 180
Fax. +49 / (0)8823 / 3719
e-mail: info@schloss-elmau.de
Ansprechpartner: Dietmar Mueller-Elmau Silvia Daferner-Schmittem
Die Ballerina
und der Karneval in Köln
Irgendwie ist es ein über die nationalen Grenzen hinaus mißverstandenes
Phänomen: Der Kölner Karneval ist zwar ein Konzern, ein Millionengeschäft
und neben dem Münchner Oktoberfest die größte, weltweit berühmteste
Gaudi Deutschlands. Doch hinter dem Getöse von Prunksitzungen und Rosenmontags-Zug
verbergen sich unzählige Freiwillige, die das ganze Jahr über trainieren,
um vom 11.11. bis zum Aschermittwoch im Rampenlicht zu stehen. Ohne
einen Pfennig Honorar, versteht sich: Die Mitglieder der Tanz-Gruppen
des Kölner Karnevals sind junge Leute zwischen 16 bis 25 Jahren. Vier
dieser Gruppen trainiert Biggi Fahnenschreiber, eine zierliche, quirlige
Frau, die mit den Jahren zur Königin der Tanz-Ausbilder Kölns avancierte.
Begonnen hat sie ihre Karriere als Bühnentänzerin, war erste Solo-Tänzerin
in Freiburg, Aachen und Köln. Nach Beendigung ihrer aktiven Theaterlaufbahn
begann sie, Karnevals-Tanzgruppen in ganz Nordrhein-Westfalen zu trainieren,
um schließlich bei den besten Teams des Kölner Karnevals zu landen.
Metropolis zeigt, daß Biggi Fahnenschreiber nicht nur eine ausgezeichnete
Choreografin ist, sondern auch eine mitreißende, von den jugendlichen
Laien-Tänzern heißgeliebte und dennoch strenge Trainerin. Sie hat die
Kunst des klassischen Balletts mit schwindelerregender Akrobatik und
den Tanz-Traditionen des rheinischen Karnevals genial kombiniert. Und
sie wird bald 70 Jahre alt. Jürgen Bevers und Bernhard Pfletschinger
gratulieren vorab.
Kölner Karneval
Pressesprecher von Biggi Depenheuer-Fahnenschreiber
Kurt Brünler
Kölner Str. 40
D- 51429 Bergisch Gladbach
Eine Entdeckung
- Der Schriftsteller Michael Wallner
42 Jahre ist er alt, geboren wurde er in Österreich, berfulich ist er
Schriftsteller geworden: Michael Wallner, der aus Wien kommt, dort Opern
inszenierte, nach Berlin ging und dort seinen Platz in der flirrenden
Welt der Bühnen- und Opernsäle mit dem einsamen Stuhl des Schriftstellers
und Drehbuchautors tauschte. Und der nun seine Ergebnisse vorlegte:
zwei Romane, in zwei verschiedenen Verlagen gleichzeitig veröffentlicht:
"Manhatten fliegt" und "Cliehms Begabungen". Beide Romane sind voller
Wortgewalt, beide erzählen phantastische und äußerst surreale Geschichten
- und beide, da ist sich Charlotte Schwalb mit den Kritikern einig,
sind sehr gelungen.
Bibliographie
Michael Wallner: "Manhattan fliegt"
Roman, Reclam Verlag, Leipzig, 320 Seiten, DM 16,90
Michael
Wallner: "Chliems Begabung"
Roman, Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt a.M. 2000 319 Seiten,
DM 39,80
Standpunkt
- die Initiative "Gesicht zeigen"
"Gesicht zeigen! Aktion für ein weltoffenes Deutschland e.V." - so nennt
sich eine Initiative des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland,
Paul Spiegel. Sie nimmt die vermehrten fremdenfeindlichen und antisemitischen
Anschläge und Übergriffe in der Bundesrepublik zum Anlaß, Prominente
aus Kultur, Unterhaltung, Medien und Wirtschaft gegen Rassismus und
rechte Gewalt zu mobilisieren. Entstanden ist eine beispiellose Aufklärungskampagne
über Fernseh- und Kinospots, Anzeigen und Plakatserien mit prominenten
Gesichtern , wie von der Schauspielerin Veronika Ferres, dem Sänger
Marius Müller-Westernhagen bis zu Bundespräsident Johannes Rau. Bernhard
Pfletschinger fragt nach dem Sinn und Zweck solcher Aktionen "von oben",
schaut hinter die großen Namen und besucht die Gruppe SOS in Solingen
- jener Stadt, in der 19.. einer der schrecklichsten Brandanschläge
gegen türkische Mitbürger verübt worden ist.
Aktion weltoffenes Deutschland e.V.
Torstrasse 124
D- 10119 Berlin
Tel: +49 (0)30 / 28044786
Fax. +49 (0)30 / 28044813
SOS
Rassismus Solingen
Postfach 101191
D- 42611 Solingen
Tel: +49 (0)212 / 201000
Fax: +49 (0)212 / 205137
Randale in Davos
Vom 25. Januar an tagt in Davos wie in jedem Jahr das Weltwirtschaftsforum.
Gleichzeitig, auch schon beinah traditionell, ist dort eine spannende
und meist heftige Auseinandersetzung am Rande zu beobachten: Während
bis zum 30. Januar 2001 die Vertreter von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft
im Konferenz-Zentrum über die Herausforderungen der Globalisierung diskutieren,
formiert sich draußen eine Gruppe äußerst aktiver Globalisierungsgegner
- Umwelt-, Bürger-, und Menschenrechtsaktivisten -, die Sturm laufen
gegen die Mächtigen der Welt. Denn nach Jahren der Ohnmacht, nach dem
scheinbar unaufhaltsamen Siegeszug des Kapitalismus, ist eine neue globale
Protestbewegung entstanden. Mit der Professionalität multinationaler
Konzerne und modernsten Methoden macht sie mobil gegen die menschen-
und umweltfeindlichen Folgen der Globalisierung und die Macht der internationalen
Großkonzerne. Ursprung des neuen Selbstbewußtseins und Geburtsstunde
der neuen Protestkultur waren die Proteste gegen die Konferenz der Welthandelsorganisation
WTO in Seattle Ende 1999. Für Metropolis beleuchtet Florian Opitz die
Hintergründe, Methoden und das Wesen der Neuen Protestkultur.
Eine
üppige Homepage zu Franz Kafka, mitsamt seinen Werken und dazu gehörigen
Deutungen. Natürlich gibts auch Biografisches.
http://www.asamnet.de/~kassecch/
Eine weitere inhaltsreiche Homepage über den berühmten Schriftsteller
mit ausführlicher Biografie, Kafkas Werken und auszugweiser Bibliografie.
http://www.xlibris.de/Autoren/Kafka/Kafka0.htm
Bilder aus dem Leben des Franz Kafka.
http://www.cs.technion.ac.il/~eckel/Kafka/kafka.html
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