| Metropolis
vom 05.05.2001 um 21.40 Uhr Kulturmagazin, WDR |
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| Gregor Schneider und die Biennale in Venedig
2001 "Der unheimlichste Künstler der Gegenwart" vertritt Deutschland in diesem Jahr bei der Biennale in Venedig: Gregor Schneider. Der 1969 geborene und in Mönchengladbach-Rheydt lebende Künstler beschäftigt sich seit den achtziger Jahren mit dem Bauen von Räumen. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht ein gewöhnliches Mietshaus, das er von seiner Oma geerbt und in "Haus ur" umgewandelt hat. Kontinuierlich baut er an diesem Ort: Er zieht Wände ein, verschließt Fenster, öffnet Türen, die ins Nichts führen oder bohrt Löcher in den Boden. Die seltenen Gäste empfinden den Besuch als klaustrophobisch-bedrückend. Schneider schafft einen Ort mit unglaublicher atmosphärischer Dichte und investiert als Künstler seine gelebte Zeit dort hinein. Auch in dem deutschen Pavillon in Venedig spielt das "haus ur" eine große Rolle. |
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| Der Aussteller: Pontus Hultén Er ist einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen Kunst nach 1945, er hat Künstler wie Niki de St. Phalle oder Tinguely entdeckt und gefördert, er war der Freund von André Breton und Sam Francis - und er hat die zentrale Rolle von Marcel Duchamp erkannt: Pontus Hultén, geboren 1924 in Stockholm. Aber in die Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts wird er eingehen als Planer und Gründungsdirektor von Ausstellungsgebäuden, durch die das alte Museumskonzept radikal über den Haufen geworfen und moderne Kunstwerke breiten Massen zugänglich gemacht wurde. Die legendärste dieser neuen "Kunsthallen" ist das Centre Pompidou in Paris. Bernhard Pfletschinger mit einer Hommage an Pontus Hultén, der in diesem Jahr sein siebtes und letztes modernes Museum in seiner Heimat Schweden eröffnen wird. |
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| Günther Uecker in Belgrad Wer kennt ihn nicht: Günther Uecker, Jahrgang 1930, deutscher Künstler mit Sitz in Düsseldorf, der weltweit bekannt wurde durch seine abstrakten Kunstwerken aus Nägeln, aber auch durch eine Vielzahl poetisch-politischer Bühnenbilder für die Avantgarde unter den europäischen Opernregisseuren. Jetzt eröffnet Günther Uecker, der seit seinem berühmten "Brief an Peking" immer wieder die Mißachtung der Menschenrechte bildlich und verbal anprangert, seine neueste Ausstellung im Kunstpavillon Belgrad: "Der geschundene Mensch". Immer wieder wurde die Ausstellung verschoben, weil sich das Milosevic-Regime dagegen wehrte, doch am 23. April kommt sie nun endlich nach Belgrad, ab Ende Mai reist sie dann durch die baltischen Länder. Michael Kluth über eine der faszinierendsten und wichtigsten zeitgenössischen Stimmen im europäischen Kunstbetrieb. |
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| "No Logo" - Naomi Kleins Buch zur Tyrannei
der Markennamen Was kann die Tochter einer feministischen Filmemacherin und eines linken Arztes tun, um, wie es sich für einen jungen Menschen gehört, gegen ihre allseits aufgeklärten Eltern zu rebellieren? Sie verblüfft sie, in dem sie ein Buch schreibt und sich selbst bekehrt. Naomi Klein verarbeitet ihre Barbiepuppen- und Designerjeans-Phasen und entwickelt aus der eigenen Geschichte eine weltweit gültige, verblüffende Gesellschaftskritik: "No Logo" ist eine Abrechnung mit dem Markenfetischismus, und als die Kanadierin ihr Buch Anfang des Jahres via Internet zu verbreiten begann, kürte sie die New York Times schnell zur "einflußreichsten Person der Welt unter 35". Nun erscheint das Buch auch auf deutsch - Florian Opitz über eine junge Kämpferin. |
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| Michael Schneider und die Französische Revolution
in Straßburg "Der Traum der Vernunft" heißt das neue Buch des deutschen Schriftstellers Michael Schneider und es handelt von einem Ereignis, das im Bewußtsein der Moderne bis heute Spuren hinterlassen hat: der Französischen Revolution. Dabei outet sich der Autor als linker Aufklärer und wählt einen Mittelweg zwischen Dokumentation und Fiktion. Erzählt werden die historischen Begebenheiten über eine Person der Zeitgeschichte, den deutschen Jakobiner Elogius Schneider. Er avancierte zum ersten öffentlichen Ankläger in der Grenzstadt Straßburg und nahm so aktiv teil an der Phase des jakobinischen Terrors, der sich seit dem Herbst 1792 über ganz Frankreich erstreckte. Metropolis begibt sich mit dem Autor Michael Schneider auf die Spurensuche nach Straßburg. |
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Metropolenreport |
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