Metropolis vom 02.06.2001 um 21.40 Uhr
Kulturmagazin, ZDF
   
  Die Reportage: Togo liegt im Wedding

Im Rahmen der BUGA 2001 erzählt eine Ausstellung im Filmmuseum Potsdam von der Geschichte der Kleingartenkolonien in Deutschland: "Laube, Liebe, Hoffnung" - der Titel der Ausstellung variiert die Grundfesten kleinbürgerlicher Überzeugungen. Die Exponate belegen aber auch, dass das Paradies des Kleinen Mannes nie unbeeinflusst von der großen Politik blieb. Während die BUGA-Besucher im Museum in die wechselvolle Geschichte der Schrebergärten eintauchen, nutzen die realen Kleingärtner die ersten Frühsommertage, um ihre Scholle auf Vordermann zu bringen. "Togo" nennt sich eine der ältesten Garten-Kolonien Deutschlands. Hier nahm Bundeskanzler Gerhard Schröder im vergangenen Jahr die "Wilhelm-Naulin-Plakette" entgegen, die höchste Auszeichnung der Kleingärtner. Eine Reportage aus "Togo" von Thomas Balzer haucht den Bildern aus der Potsdamer Ausstellung frühlingshaftes Leben ein.


 
Kleingärtner 1911


 

Ausstellung
"Laube, Liebe, Hoffnung" im Filmmuseum Potsdam noch bis
8. Oktober
http://www.laube-liebe-hoffnung.de/

http://www.filmmuseum-potsdam.de/
http://www.gartenfreunde-berlin.de/


 

Das Essay: Komm in meine Liebeslaube

Neben Zaun und Hecke scheidet eine geistige Grenze die wirkliche Welt von der Welt des Gartens. Auf der einen Seite Arbeit und Mühen, auf der anderen Lustbarkeit und reine Natur. Und im Zentrum des Gartens das Tabernakel der geheimsten Freuden und Lüste: die Gartenlaube. Unser Bild vom Garten, in dem sich auch heute noch die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies ausdrückt, hat eine lange Tradition in Kunst und Literatur. Das Essay von METROPOLIS-Autor Frank Eggers führt von der Vertreibung aus dem Paradies über klassische Idyllen in Malerei und Literatur zu Gartenmotiven in heutiger Kunst und Werbung.

 

   
 

Ausstellung
"Gärten und Höfe der Rubenszeit" im Landesmuseum Mainz noch bis 24. Juni 2001

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz
Tel.: +49-6131-28500

Öffnungszeiten:
Di 10h - 20h
Mi - So 10h - 17h
Montags geschlossen, Pfingstmontag geöffnet


Katalog zur Ausstellung: Ursula Härting (Hrsg.), "Gärten und Höfe der Rubenszeit", Hirmer Verlag, 2000

Website des Landesmuseums Mainz mit vielen Infos zum Thema:
http://www.gaerten-der-rubenszeit.de

 

Das Interview: Gartenhochhäuser und Schweinetürme

Städte verdichten sich zu Megacities, den grünen Lungen geht die Luft aus. Wie Natur erhalten werden kann, wenn Städte immer weiter wachsen - das ist die Zukunftsfrage der Architektur. Die niederländischen Architekten Winy Maas, Jakob van Rijs und Nathalie de Vries, besser bekannt unter dem Kürzel MVRDV, haben ein revolutionäres Konzept entwickelt: Wenn unten kein Platz mehr ist, werden Landschaften gestapelt! In Den Haag sind derzeit die provokantesten Projekte der Architekten zu besichtigen, unter anderem ein "Pig Tower", in dem auf 40 Etagen 100 000 Schweine leben, und in Hengelo bauen sie gerade ein Hochhaus mit hängenden Gärten - das METROPOLIS-Interview von Katrin Schäfer.


Ausstellungen
"Pig City" und weitere Installationen von MVRDV noch bis 16. Juni im Stroom, Haags Centrum voor beeldende Kunst:
Stroom hcbk
Spui 193-195
2511 BN
Den Haag
Tel. +31.70.365.8985
Fax +31.70.361.7962
http://www.stroom.nl/engels/index.html

Öffnungszeiten:
Di. -Sa. 12h -17h, geöffnet am Sonntag, 24. Juni 2001

"Office MVRDV - working environments"
Architekturgalerie München e.V., 11. Mai bis 30. Juni
Türkenstraße 30 / Gartenhaus
80333 München
Tel.:+49-(0)89-28 28 07
Fax:+49-(0)89-87 43 66

Öffnungszeiten:
Mo. - Fr. 9.30h - 19 h;
Sa. 9.30h - 16h

Homepage von MVRDV:
http://www.archined.nl/mvrdv/mvrdv.html

 

 

Vive les nains de jardin - Gartenzwerge, eine deutsch-französische Leidenschaft

Der deutsche Gartenzwerg ist längst ein Europäer geworden. Und in Frankreich hat er besonders viele Fans. Den ganzen Sommer über bevölkern Zwergenkunstwerke den Parc Floral de la Source in Orléans. In der zeitgenössischen Kunst wird Kitsch ästhetisch zum Kunstwerk umgedeutet. Ebenso in der Ausstellung: Ein Original-Zwerg aus Deutschland, Geschenk der Manufaktur Griebel im thüringischen Gräfenroda. Dort haben die Wichte Ende des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickt. Für METROPOLIS gräbt Bianca Charamsa in der Geschichte des Gartenzwergs und stellt aktuelle Kunst-Zwerge in Orléans vor. Doch Vorsicht: Es könnte einer verschwinden! Denn die "Front de liberation des nains de jardin", die französische Befreiungsfront der Gartenzwerge, plant mit Sicherheit auch einen Anschlag auf diese aktuelle Ausstellung. Sie entführt die Wichte, um sie in die Freiheit der Wälder zu entlassen.


 
 

"Les mondes nainventés"
bis zum 30. September im "Parc Floral de la Source" in Orléans.
Am 16. und 17. Juni findet im Park eine Tauschbörse für Gartenzwerge statt.
http://www.parcfloral-lasource.fr

Anreise:
- für Autofahrer: Autobahn Richtung Orléans, Ausfahrt Orléans la Source, dann die N20 Richtung Vierzon-Bourges, Ausfahrt St- Cyr en-Val Floral

- mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus "S" ab Hauptbahnhof Orléans, Haltestelle "Parc"

Öffnungszeiten:
vom 01/04/2001 - 12/11/2001
täglich von 9h - 18h


Gartenzwergmuseum

in Gräfenroda und Manufaktur Griebel
http://www.zwergen-griebel.de

Buchtipp:
Zipfel auf! Alles über Gartenzwerge.
Fritz Friedmann
Meier Verlag Schaffhausen, 1994

In Frankreich werden Keramikzwerge noch bei der Firma Ernenwein in Marmourtier hergestellt.
Poterie d'Art "Ernenwein"
F - 67440 Marmoutier
Tel.: +33-3-88 70 62 50


Website der Association Nains de Jardin:
http://www.multimania.com/nains


Front de libération des nains de jardin:
http://www.ctw.net/flnj27/

 

cyber.news: Gartenarbeit per Mausklick

Ein Roboterarm pflanzt und pflegt die Blumen im ersten und einzigen Telegarten der Welt. Rund um den Globus können die Telegärtner übers Internet Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen in dem kreisrunden Beet nehmen, das in Linz angelegt wurde. Über eine Webcam kann der Internetgärtner den Erfolg seines Bemühens beobachten. Für METROPOLIS lässt Henrik Lange den künstlerischen Leiter des Ars Electronica Centers das Projekt erklären und fragt einen Telegärtner nach seinen Motiven, die reale Harke und Gießkanne durch Tastatur und Maus zu ersetzen.

 

 

Der Telegarten im Internet:
http://telegarden.aec.at

Buchtipp:
The robot in the garden -
Telerobotics and Telepistomology in the Age of the Internet.
Ken Goldberg (Hrsg.) MIT Press - A Leonardo Book,
Cambridge, Massachusetts/London 2000

Ken Goldbergs Website:
http://www.ieor.berkeley.edu/~goldberg

 

Der Schwerpunkt: Kamel Louafi und der ideale Garten

"Hier fühlt man sich wie im Paradies!" Kamel Louafi war begeistert von der Allgegenwart des Wassers und vom Wachstum der Pflanzen, als er vor 21 Jahren aus Algerien zuerst nach Frankreich, dann nach Deutschland kam, um Gartenbau zu studieren. Heute ist er einer der erfolgreichsten Gartenarchitekten Europas. Und natürlich ist er auf der BUGA 2001 präsent, der Bundesgartenschau, die in diesem Jahr in Potsdam stattfindet. METROPOLIS-Autor Joseph von Radowitz trifft Kamel Louafi dort für einen Spaziergang durch die Geschichte der Gartenkunst, und speziell für uns skizziert er, wie in seinen Augen der ideale Garten aussehen würde.

 

 

eMail Kamel Louafi: louafi@aol.com

Website des Landschaftsarchitekten Hans Loidl:
http://www.atelier-loidl.de

Bundesgartenschau Potsdam: noch bis zum 7. Oktober
http://www.bugapotsdam2001.de

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: http://www.spsg.de

Gartenkunst-Museum Schloss Fantaisie:
http://www.gartenkunst-museum.de

Bund Deutscher Landschaftsarchitekten:
http://www.bdla.de

Garden History Society:
http://www.gardenhistorysociety.org


Buchtipps:
- Gartenkunst im Spiegel der Jahrhunderte, Philip de Bay & James Bolton, Collection Rolf Heyne, 2000

- Gartenkunst! Die schönsten Gärten der Welt, Caroline Holmes (Hrsg.), Prestel Verlag, 2001

- Im Laub ein leis Geflüster, Romantische Gartenlust, Klaus Seehafer (Hrsg.), Aufbau-Verlag, 2001

- Feng Shui im Garten, Gitta Tarp, Südwest, 2001