Metropolis vom 24.11.2001 um 21.40 Uhr
Kulturmagazin, SWR

Wiederholungen in der Nacht vom 23. zum 24.11. und im digitalen ARD/ZDF-Bouquet am 26.11.

 

"Mode, Mord und Business" - Die Guccis
Autorin: Ute Hoffarth
Das Buchcover ist so edel wie die Marke selbst - Bei Eichborn ist jetzt die Gucci-Story erschienen, und die liest sich wie ein Thriller. In goldenen Lettern kündigt das Cover an, um was es in dem 450 Seiten dicken Schmöker geht: um Mode, Mord und Business. Und das ist um so spannender, als es sich um eine wahre Geschichte handelt, nämlich um die des Familienunternehmens Gucci, das 1921 in Florenz als Lederwarenwerkstatt gegründet wurde und seit den 60er Jahren als Synonym für den luxuriösen Lebensstil der Reichen und Schönen gilt.

Das Familien-Label kam aber nicht nur mit seinen wirtschaftlichen Erfolgen in die Schlagzeilen, sondern auch mit internen Intrigen und Machtspielchen, die 1995 in dem Mord an Maurizio Gucci, dem Erben des Modeimperiums gipfelten. Auftraggeberin war seine Exfrau.
Sara Gay Forden erzählt die Geschichte der Familie, Ute Hoffarth hat sie besucht.

 
 


Sara Gay Forden: Gucci Mode, Mord und Business
Aus dem Amerikanischen von Anja Brandstetter
Eichborn Verlag, 2001
ISBN 3-8218-3901-5, DM 58,--

 

 

Christian Spuck - der neue Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts
Autor: Dieter Zimmermann
Wenn Christian Spuck für ein Stück verantwortlich zeichnet, scheint der Erfolg sicher zu sein. Spätestens mit seinem Stück "Das siebte Blau" ist der gebürtige Marburger endgültig zum Star und seit dieser Saison zum Hauschoreografen des Stuttgarter Balletts geworden. Christian Spuck, Jahrgang 1969, erhielt seine Tanzausbildung u.a. an der Stuttgarter John Cranko Schule, wo er 1993 sein Abschlussexamen machte. Bei der Compagnie "Rosas" in Brüssel und beim Marco Santi Danse Ensemble sammelte er erste choreografische Erfahrungen. Seit November ist seine neueste Choreografie in Stuttgart zu sehen: "Songs" ist das siebte Ballett, das er dort auf die Bühne bringt. Christian Spuck kreierte "Songs" zu Musiken von Henry Purcell, Georg Friedrich Händel und Roderik Vanderstraeten und entwarf außerdem das Bühnenbild selbst.
Dieter Zimmermann porträtiert Christian Spuck.

 

 
Christian Spuck
Foto: Marcia Breuer
 

Ballettabend am 28. November, 10. Dezember 2001, 19., 24. und 25. Januar 2002
SPUCK. KYLIAN. SCHOLZ:
Vergessenes Land
Choreografie: Jirí Kylián
Songs (Uraufführung)
Choreografie: Christian Spuck
Siebte Sinfonie (Wiederaufnahme)
Choreografie: Uwe Scholz

Staatstheater Stuttgart - Opernhaus
Oberer Schloßgarten 6
70173 Stuttgart
http://www.stuttgart-ballet.de/deutsch/index.html


 

Die Bilder hinter den Bildern - Der Fotograf Thomas Ruff
Autorin: Sabine Willkop
Thomas Ruff ist einer der weltweit bedeutendsten Fotokünstler. Gemeinsam mit Thomas Struth, Andreas Gursky, Cindy Sherman und Jeff Wall zählt er zur oberen Liga dieses Genres. Mit seiner großformatigen "Porträt"-Serie, die an Passfotos erinnert, gelang ihm 1987/88 der Durchbruch. 1989 wurde er für diese Fotoserie mit dem damals erstmals verliehenen Deutschen Fotopreis Stuttgart ausgezeichnet. Bis heute besticht der mittlerweile 43-jährige Düsseldorfer mit seinen Fotografien, fertigt Serien wie "Nudes (Nackte)", "Sterne", "Zeitungsfotos" oder "Häuser". Seit 1979 hat er insgesamt 15 Werkserien geschaffen, die ab 17. November erstmals in einer Übersichtsausstellung in der Baden-Badener Kunsthalle zu sehen sein werden. Sabine Willkop hat Thomas Ruff in seinem Düsseldorfer Atelier besucht.

 
Thomas Ruff, Porträt, 1985 (N. Ahlers)
 

vom 17. November bis 13. Januar 2002
THOMAS RUFF
Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8a
76530 Baden-Baden
Tel. 07221/30076-3
Fax. 07221/38590
http://hosting.zkm.de/kbb/ausstell/aus_bli.html

  Mehr als nur Picassos Muse - die Fotografin Dora Maar Autorin: Simone Reuter
Berühmt wurde sie als Muse des Meisters, als unglückliche Geliebte des Genies, als coole Schönheit neuen Typs. Doch bereits lange, bevor sie Picasso kennen lernte, eroberte sie die Kunstwelt mit ihren Fotografien, Meisterwerke des Surrealismus. Dora Maar war Teil der Surrealisten-Szene um Man Ray, Breton und Sartre, porträtierte die Schattenseiten der Metropolen Paris und Barcelona. Die Begegnung mit Picasso 1936 war das Ende ihrer künstlerischen Karriere. Picasso riet ihr, die Fotografie aufzugeben und zu malen. "Dann wurde sie ein Teil des Planeten Picasso", sagt der berühmte Kunstsammler Heinz Berggruen, der Dora Maar persönlich kannte und seine Eindrücke für METROPOLIS schildert. Anlass ist eine umfassende Ausstellung im Münchner Haus der Kunst, die die grosse Fotografin und Künstlerin an Picassos Seite feiert.

 
Izis, Portrait von Dora Maar, 1946
 

bis 6. Januar 2002
Dora Maar & Picasso
In Zusammenarbeit mit dem Centre Cultural Tecla Sala, L'Hospitalet (Barcelona) und den Musées de
Marseille, Centre de la Vieille Charité
Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Tel. 089/21127-0
Fax. 089/2127-157
http://www.hausderkunst.de/deutsch/aus/index.html

Buchtipps:
Tania Förster: Dora Maar - Picassos Weinende
189 Seiten, gebunden
Europäische Verlagsanstalt, 2001, ISBN-Nr. 3434505008, DM 44,--

Bildband: Mary Ann Caws: Dora Maar - Die Künstlerin an Picassos Seite
Mit einem Vorwort von Heinz Berggruen
224 Seiten, 61 farbige und 159 s/w-Abb., Format 21,4 x 28 cm, Gebunden mit Schutzumschlag
Nicaolai-Verlag, 2001, ISBN 3-87584-020-8, DM 78,--, € 39,--


  Schweißfressende Socken und lautlose Rasenmäher - Leben in der Zukunft
Autorin: Simone Reich
Ein Jogginganzug, der bei Unwohlsein den Arzt ruft? Schweißfressende Socken? Eine Jacke, die sofort Alarm schlägt, wenn man den Hausschlüssel nicht einsteckt? Den allerdings braucht man für das Haus der Zukunft gar nicht mehr! Eine Familie probt in der Schweiz den Alltag in einem Haus, in dem sich die Jalousien nach der Sonne richten, der Einkauf online erledigt wird und der Backofen auch von Afrika aus bedient werden kann - und Forscher basteln weltweit an so genannter "intelligenter Kleidung". Müssen wir im Flugzeug bald unsere Westen ausschalten? Klingelt im Theater das Abendkleid? Was nützt eine SOS-Kinderjacke, wenn der Nachwuchs sie an der Bushaltestelle liegen lässt? Metropolis berichtet vom Leben in naher Zukunft und von den Tücken einer "schönen neuen Welt".
   
 


http://www.futurelife.ch/


  Romane wie Soundcollagen - der Schriftsteller Thomas Meinecke
Autor: Manfred Heinfeldner
Thomas Meinecke ist Pop-Literat im besten Sinne - er hat mit seinen Büchern über nationale Identitäten ("The Church of J.F.Kennedy"), über das Geschlechterverhältnis ("Tomboy") und jüngst über ethnische Zuschreibungen ("Hellblau") Aufsehen erregt und es bis in das "Literarische Quartett" von Reich-Ranicki geschafft. Die Themen seiner Romane, die eher Text-Collagen sind, stammen aus dem Umfeld der modernen Pop-Kultur. In ihr ist das Multi-Talent Thomas Meinecke groß geworden - und in ihr arbeitet er: als Sänger und Texter der Rockband "FSK" ("Freiwillige Selbstkontrolle"), als Radio-DJ, als Hörspielmacher und als Autor, der die deutsche Literatur-Szene in den letzten Jahren aufhorchen ließ. Manfred Heinfeldner hat den vielseitigen Künstler in München bei der Arbeit beobachtet.

 
 

Thomas Meinecke: Hellblau
Roman, 335 Seiten, gebunden
Suhrkamp-Verlag, 2001, ISBN: 3-518-41266-3, DM 39.80

Thomas Meinecke: Tomboy
Roman. 1998, gebunden
Suhrkamp-Verlag, 1998, ISBN: 3-518-40995-6, DM 36.00

Thomas Meinecke: The Church of John F. Kennedy.
Roman. 1996, kartoniert.
Edition Suhrkamp, ISBN: 3-518-11997-4, DM 19.80