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| Der in der Cook-Meerenge gelegene Vulkan Augustine bildet eine acht mal elf Kilometer große Insel; er mag zwar einer der kleinsten Vulkane des Gürtels sein, ist aber bei weitem nicht der inaktivste, sondern lediglich der jüngste Vulkan dieser Region. Seine aktive Phase scheint vor weniger als 25 000 Jahren begonnen zu haben. Seit Kapitän Cook den Vulkan im Jahre 1778 entdeckte, wurden mehrere seiner sehr häufigen Eruptionen beschrieben, so der besonders gewaltige Ausbruch im Jahre 1883. Nach einer äußerst explosiven Phase ergoss sich damals eine Lawine aus Lava und Geröll über die Vulkanhänge bis ins Meer. Ein Tsunami (von einem Vulkanausbruch hervorgerufene Flutwelle) erreichte mit 7 bis 9 Meter hohen Wellen die 80 km entfernt liegende Halbinsel Kenai. Der letzte Ausbruch des Vulkans ereignete sich 1986. Bereits Wochen vorher zeichnete das Vulkanobservatorium Alaskas intensive seismische Bewegungen als Vorzeichen der Eruption genau auf. Während der gesamten eruptiven Phase, die von März bis August dauerte, stieß der Augustine gewaltige Gas- und Aschewolken aus, die in eine Höhe von über 4000 m anstiegen. Manche noch stärkere Explosionen jagten die Aschepilze sogar bis in 12 000 m Höhe. Wie gewöhnlich traten aus der im Kraterinnern wachsenden Staukuppe immer wieder Magmaströme aus. Erstmals konnten diese sehr gefährlichen Abläufe im Detail beobachtet werden. Die von Maurice Krafft dabei angefertigten Aufnahmen fanden in der ganzen Welt große Beachtung und wurden eingehend analysiert. |
Trotz der Gewalt seiner Ausbrüche stellt der Augustine keine unmittelbare Gefahr dar, da die Insel nicht bewohnt ist. Aber genau wie viele andere Vulkane Alaskas ist er ein großes potenzielles Risiko. Denn über Alaska verlaufen zahlreiche Luftstraßen, die den Nordpol umkreisen, und der gesamte Flugverkehr zwischen den USA und Asien benutzt diese Flugrouten. Täglich überfliegen viele Frachtflugzeuge, aber auch Tausende von Passagieren, Alaskas Vulkane. Wenn diese ausbrechen, sind Eruptionswolken von 8 000 bis 12 000 m Höhe keine Seltenheit, und das Zusammentreffen eines Flugzeugs mit einer dieser Wolken wäre eine furchtbare Katastrophe. Bei mehreren Zwischenfällen, die glücklicherweise immer glimpflich mit der Notlandung der betroffenen Flugzeuge endeten, kam es zum völligen Stillstand der Motoren und irreparablen Schäden. Aufgrund dieser Risiken werden Alaskas Vulkane - und der Augustine ist einer der gefährlichsten von ihnen - ständig vom Vulkanobservatorium beobachtet. Diese Einrichtung ist im Übrigen auf die Suche und Überwachung von Eruptionswolken spezialisiert und stellt ihre Informationen allen Flugverkehrskontrolldiensten zur Verfügung. Jacques Durieux |
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