Am 14. Juni 2001 ab 20.45 Uhr

Themenabend:
Was uns auf den Nägeln brennt: Mein erstes Mal

Jugendliche und Sexualität

184 Min.

Themenabend, ARTE F

Auf der einen Seite die emanzipierten Mädchen: Unbefangen sprechen sie über ihre Sexualität und ihre Wünsche. Auf der anderen die Jungen: Sie wollen Leistung zeigen und zugleich die Mädchen glücklich machen. Entsprechen die Wünsche der Mädchen den sexuellen Wünschen der Jungen? Ist die sexuell befreite Jugend von heute freier als die ältere Generation? Sind Jungen und Mädchen des 21. Jahrhunderts zusammen glücklich? Das sind die Fragen dieser Sendung von "Was uns auf den Nägeln brennt".

>20.45 Uhr

Jungs reden über Sex

52 Min.
(VPS: 20.45)
Dokumentation von Nicolas Pascariello
Frankreich 2001

Die ebenso hübschen wie charmanten jungen Männer erzählen humorvoll von ihren sexuellen Erfahrungen. Technisch kennen sie sich offenbar bestens aus: Cheik kommt prima mit dem Liebesleben klar. Der gut aussehende 22-Jährige hat sich an dem Tag sexuell befreit, an dem ihm aufging, dass "die Penetration nur noch eine Formalität ist, wenn man das Mädchen manuell und mit der Zunge antörnt". Er besucht jeden Abend die Szene-Bars von Paris, und die Mädchen machen ihm offensichtlich keine Angst.
Damien und Momo haben beide eine unfehlbare Aufreißtechnik. Doch nach wie vor birgt der weibliche Körper viele Geheimnisse für sie. "Mein Vater sagte mir, dass er mit 50 immer noch nichts von Frauen verstehe... Er hat Recht. Die sind auch nicht zu verstehen", sagt Charlely. Sein Outfit ist sehr trendy, aber im Grunde träumt er von einem einfachen Leben, einer treuen Frau und "hübschen Babys". Damien ist leidenschaftlich, aufmerksam und tolerant. Doch er wird ständig betrogen oder im Stich gelassen. Mathieu stellt fest, dass er nie geliebt wurde, weil er dem Wunschdenken erlegen war, die Frauen, von denen er dachte, sie seien für ihn geschaffen, würden seine Liebe erwidern. Mohamed ist in Marseille auf der Canebière, in der Welt des Fußballs und der Männerfreundschaften, groß geworden. "Wegen der Mädchen braucht man sich keinen Kopf zu machen, es gibt genug davon", meint er. Doch hinter der großsprecherischen Art verbergen sich Schwächen und Enttäuschungen.
Ihre komische, anrührende Art, ihr jugendlicher Überschwang können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie die Wünsche der von ihnen gefürchteten jungen Frauen entdecken wollen.
Wie erleben Männer zwischen 18 und 25 Jahren heutzutage ihre Sexualität? Warum haben die Jungen Angst vor den Mädchen? Sind die Mädchen zu ungezwungen, zu anspruchsvoll? Sind sie verantwortlich für die Leistungsbesessenheit der jungen Männer? Und schließlich: Was wird von ihrer Liebe bleiben?

>21.40 Uhr

Gesprächsrunde (1)

40 Min.
(VPS: 21.40)
Diskussion
Moderation: Daniel Leconte
Gäste
- Catherine Breillat, Filmregisseurin
- Dolly Golden, Porno-darstellerin
- Benoît Félix, Krankenpfleger / Aidsberater
- Myriam Terlinden, Sexualkundelehrerin
- Michael, Ex-Kandidat Big Brother
- Miriam Pielhau, Journalistin Giga TV

>22.20 Uhr

Mädchen reden über Sex

52 Min.
(VPS: 22.20)
Dokumentation von Sophie Jeaneau
Frankreich 2001

Die hübschen jungen Damen genieren sich nicht, Worte in den Mund zu nehmen, bei denen ihre Mütter errötet wären und ihre Großmütter einen Schock bekommen hätten. Die modernen jungen Mädchen äußern sich ohne Komplexe, ohne Tabus und falsche Scham über Sex: Wörter wie "Analverkehr", "Masturbation", "Lust" und "Cunnilingus" gehören zu ihrem üblichen Vokabular. Selbst vor der Kamera sprechen sie vom "F.....". Auf jeden Fall nennen sie die Dinge beim Namen, und offensichtlich wissen sie auch, wie man's macht - und beginnen immer früher damit.
Valérie, eine junge "beurette" (in Frankreich geborenes Kind maghrebinischer Einwanderer) aus einer Sozialbausiedlung, hat schon als 13-Jährige damit angefangen denn "irgendwann musste es ja mal sein", und sie wollte nicht dumm vor ihren Freundinnen dastehen, sondern einfach mitreden können. Seitdem muss sie Blicke, Beschimpfungen und Gewalt der Jungen des Viertels über sich ergehen lassen.
Ist es den Mädchen gelungen, mit der Lust ebenso frei wie mit dem Wort umzugehen? Sind sie wirklich befreiter als ihre Mütter? Klappt es mit den Jungs im Bett und im Leben? Laut Claire, einem elfenhaft-zarten Wesen, ist das nicht so einfach. Audrey ist ein emanzipiertes junges Mädchen, obwohl ihre jüdisch-christliche Erziehung sie zu Selbstvorwürfen verleitet. Aurélie wartet noch auf den schönen Prinzen, doch das Kamasutra kennt sie auswendig.
Bei aller Freiheit im Ausdruck und in den sexuellen Praktiken stellt sich die Frage, ob die jungen Frauen des 3. Jahrtausends auch wirklich frei sind. Frei, nein zu sagen; frei, sich zu verweigern; frei zu lieben. Bleiben sie Herrinnen ihrer Wünsche? Diesen Fragen geht der Film nach.

>23.15 Uhr

Gesprächsrunde (2)

40 Min.
(VPS: 23.15) Diskussion
Moderation: Daniel Leconte