Marsland

Marsland: Wie arbeitet die amerikanische Propaganda, und wie werden die exorbitanten Mittel für diese ?new frontier? aufgetrieben?

28 Jahre nach Apollo 9 und 22 Jahre nach dem Erfolg von Viking schlägt die neue Superproduktion der Nasa alle Rekorde.

Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, haben ca 50 Millionen Internetsurfer die Landung von Pathfinder auf dem Mars live miterlebt.

Die Inszenierung dieses klug begleiteten Unternehmens ist seitdem in eine neue Phase eingetreten.

Jedes Stück der über zwei Monate lang vom Roboter erforschten Landschaft von Ares Vallis trägt jetzt den Namen eines Hollywood-Stars. Zwar gibt es noch kein Projekt für einen Vergnügungspark, aber die Mitglieder der etwa für das Jahr 2010 geplanten Expedition werden keinen unbekannten Boden betreten.

Dabei hätte Pathfinder ohne eine List nie verwirklicht werden können.

Als Wissenschaftler Anfang 1996 glaubten, in einem Marsmeteoriten auf Spuren von Leben gestoßen zu sein, hielt die Nasa diese Information zunächst geheim und gab sie erst ein paar Wochen vor der Abstimmung über den Nasa-Haushalt im US-Kongreß bekannt. Allenthalben Begeisterung, die
Weltraumbehörde konnte 250 Mio. Dollar einstreichen und erhielt die Garantie, ihr Programm zur Erforschung des Mars zu Ende führen zu können.

Seit dem Ende des Kalten Krieges hat der Weltraum seine strategische Bedeutung weitgehend eingebüßt und damit einen Teil seines Budgets verloren. Um weiterexistieren und sich weiterentwickeln zu können, muß die Weltraumindustrie auch Traumfabrik sein. In Anbetracht der horrenden Summen, die der amerikanische Steuerzahler für den bemannten Marsflug und dessen internationale Popularisierung berappen muß, scheint die Mediatisierung des Unternehmens "Auf zu neuen Grenzen" unvermeidbar zu sein.


© 1997 ARTE G.E.I.E.