Mythe et réalité

Mythos und Realität: In welchem Maße sind Mars und seine Geheimnisse in die Literatur und das Kino eingegangen?

Und alles hat mit einem beweglichen roten Pünktchen am Himmel angefangen! Rot wie das Blut der Schlachtfelder. Aus Achtung ebenso wie aus Furcht benannten die Römer den Planeten nach ihrem Kriegsgott: Mars.

Am Ende der Renaissance, als man zunächst mit Fernrohren, dann mit Teleskopen den Himmelskörper näher heranholen konnte, entdeckte man, daß es auf dem Mars verschiedene Regionen, zwei Pole, eine Atmosphäre und sogar Jahreszeiten gibt.
Die ersten Beobachtungen mit den noch sehr unvollkommenen Instrumenten und eine gehörige Portion Phantasie führten zu der Vorstellung, daß es Ozeane und Kontinente gäbe.

Mars wurde zum Zwilling der Erde.

Zu Beginn des Industriezeitalters entfachte die vermeintliche Entdeckung eines regelmäßigen "Kanalnetzes" auf der Oberfläche des roten Planeten eine Debatte über die mögliche Existenz vernunftbegabter Wesen auf dem Mars.

Die Phantasie ließ die Beobachtung und die Fiktion die Wissenschaft weit hinter sich zurück. Auf der Grundlage phantastisch-romantischer Theorien entstanden Beschreibungen wundersamer Landschaften und Zivilisationen, die auf wachsende Resonanz beim breiten Publikum stießen.

Literatur und Film bemächtigten sich des Mythos und belebten ihn mit Wesen aus Fleich und Blut, mit dicklichen Humanoiden in Gestalt von Pinguinen, glitschigen Eidechsen, Riesenkraken u. ä.

Die Marsmenschen sind bunter als alle Muppets zusammengenommen.

Was ihr Wesen betrifft, so bescheinigten ihnen die Amerikaner in den fünfziger Jahren einen ebenso gefährlichen Charakter wie den "Roten".

Die Angst, die Orson Welles' über die Radiowellen verbreiteter Ulk auslöste, bewies, daß die Marsmenschen zwar noch nicht auf der Erde gelandet aber bereits in unser Bewußtsein gedrungen sind.


© 1997 ARTE G.E.I.E.